Blick auf ein Kohlekraftwerk bei Pristina, Kosovo

Kernthema "Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie" Modernisierung der Energieversorgung

Kosovo ist eines der Länder mit den größten Braun­kohle­reserven Europas. Bisher werden 97 Prozent des Stroms durch zwei veraltete Braun­kohle­kraft­werke nahe der Haupt­stadt Pristina erzeugt, was zu hohen Treib­haus­gas­emis­sionen und ent­sprechender Luft­ver­schmut­zung führt. 

Am Anfang des deutschen Engage­ments in Kosovo stand darum ein um­fang­reiches Programm zur In­stand­setzung und Mo­derni­sierung der Ener­gie­versor­gung. Die zwei Kohle­kraft­werke wurden saniert sowie In­vesti­tionen zur Aus­weitung und Sicher­stellung der Braun­kohle­förde­rung getätigt. Diese Maß­nahmen haben dazu bei­getragen, die Strom­versor­gung für Bevöl­ke­rung, Industrie und Handel zu ver­bessern.

Ein wichtiger Beitrag zur Sta­bili­sie­rung der regio­nalen Versor­gung ist die Ein­bindung Kosovos in den süd­osteuro­pä­ischen Strom­markt. Dabei kooperiert die Bundes­repu­blik eng mit der EU. Unter anderem wurde mit deut­scher Unter­stüt­zung eine Strom­über­tra­gungs­leitung zwischen Kosovo und dem Nach­bar­land Albanien gebaut.

Zu den von Deutsch­land geför­derten Maß­nahmen zählt auch die Mo­derni­sierung und Aus­weitung des Fern­wärme­netzes in der Haupt­stadt Pristina. Genutzt wird die Wärme aus einem bestehen­den Kraft­werk (Kraft-Wär­me-Kopp­lung). Rund 70.000 Ein­wohne­rinnen und Ein­wohner werden durch das neue Netz mit verläss­licher und bezahl­barer Fern­wärme versorgt.


Energie­wende einleiten, erneuer­bare Ener­gien nutzen

Siehe auch

Um den Einsatz klima­schäd­licher Braun­kohle zu ver­ringern und eine Energie­wende in Kosovo einzu­leiten, konzen­triert sich das deutsche Engage­ment inzwischen auf die Förderung erneuer­barer Energien und die Stei­gerung der Energie­effizienz. Schätzungen zufolge könnte der Energie­verbrauch allein im Gebäude­sektor um 30 bis 40 Prozent gesenkt werden. Nötig wäre dafür unter anderem ein stärkerer Einsatz von Solar­an­lagen für den Eigen­verbrauch sowie die Moderni­sierung von Heizungs-, Lüftungs- und Klima­anlagen.

Das BMZ unter­stützt die koso­va­rische Regie­rung dabei, Investi­tionen der privaten Wirt­schaft in Photo­voltaik­anlagen zu fördern. In einer zweiten Phase sollen künftig neu­artige Techno­logien zum Einsatz kommen, um Solar­energie auch zur Wärme­versor­gung zu nutzen. In Planung ist der Bau eines inno­vativen Hoch­tem­peratur­speichers, der die Wärme­versor­gung von 60.000 Ein­woh­nerinnen und Ein­wohnern der Haupt­stadt Pristina sicher­stellen und die Luft­quali­tät für 500.000 Menschen deutlich ver­bessern soll. Eine solche Anlage ist welt­weit bislang nur in Däne­mark in Einsatz.

Nachhaltige Stadtentwicklung

Pristina, Kosovo

Pristina, Kosovo

Pristina, Kosovo

Ein weiteres Aktions­feld der deutschen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit mit Kosovo ist die nach­haltige Stadt­ent­wick­lung. Im Mittel­punkt stehen die Trink­wasser­versor­gung sowie die Ent­sorgung von Abwässern und Abfällen.

Im Bereich Wasser wurde bereits viel erreicht: Die rund 825.000 Ein­woh­nerin­nen und Einwohner der Haupt­stadt­region Pristina verfügen heute über eine ganztägige Versor­gung mit frischem Trink­wasser. Der landes­weite An­schluss­grad liegt bei über 90 Prozent der Bevöl­kerung.

In Pristina und den urbanen Zentren Prizren, Gjakovo und Peja finanziert das BMZ den Bau der ersten Klär­an­lagen des Landes. Etwa die Hälfte der Bevölkerung profitiert damit erst­malig von einer funktio­nieren­den Ab­wasser­ent­sorgung; die Einleitung unge­klärter Abwässer in die Flüsse wird deutlich verringert.

Großer Hand­lungs­bedarf besteht derzeit noch im Ab­fall­manage­ment: Wilde Müll­kippen, die eine Gefahr für die Um­welt und die Gesund­heit der Bevöl­kerung dar­stellen, sind weit verbreitet. Deutsch­land berät Kosovo bei der Annäherung an die techni­schen und öko­logi­schen Standards der EU. Lokale Behörden und Ent­sorgungs­betriebe werden dabei unter­stützt, wirt­schaft­liche und umwelt­gerechte Ab­fallwirt­schafts­systeme aufzubauen und illegale Deponien zu beseitigen.