Außenansicht des Deutschen Informationspunkts für Migration, Ausbildung und Karriere (DIMAK) am Tag der Eröffnung in Pristina, 28.05.2015

Kernthema “Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs” Rahmenbedingungen für Investitionen verbessern

Ein nachhaltiger Strukturwandel – unter anderem durch die Privatisierung der Wirtschaft, unternehmerische Eigeninitiative und den Aufbau des Mittelstandes – ist entscheidend für die weitere Entwicklung Kosovos.

Die wirtschaftliche Erholung des Landes geht in erster Linie von kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen (KKMU) aus. Um die Wettbewerbsfähigkeit dieser Firmen zu verbessern und somit Arbeitsplätze zu schaffen, bietet die deutsche Entwicklungszusammenarbeit branchenspezifische Beratung an.


Integration in den EU-Markt fördern, beruf­liche Bil­dung ver­bessern

Im Rahmen der technischen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) werden KKMU in der Landwirtschaft und im verarbeitenden Gewerbe beraten. Sie erhalten zum Beispiel geschäftsbezogene Informationen zu Verfahren, Produktvorschriften und Zertifizierungen, die es ihnen erleichtern sollen, Waren in die EU zu exportieren. Öffentliche Einrichtungen, Kammern und Wirtschaftsverbände werden dabei unterstützt, die Unternehmensentwicklung durch angepasste Dienstleistungsangebote zu fördern.

Das kosovarische Bildungswesen ist noch nicht ausreichend in der Lage, den jungen Menschen wichtige Fähigkeiten zu vermitteln und sie auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Das BMZ kooperiert mit den zuständigen Ministerien, um die Berufsberatung zu verbessern, die Qualität der beruflichen Aus- und Weiterbildung zu steigern und Bildungsangebote stärker am Bedarf des Arbeitsmarkts auszurichten. Dazu werden neue Gesetze und Strategien entwickelt, Fach- und Führungskräfte fortgebildet, Schulentwicklungspläne erstellt, Lehrpläne angepasst und digitale Kompetenzen verbessert.

Ein bedeutendes Projekt ist die Umwandlung des ehemaligen Feldlagers Prizren in einen Innovations- und Trainingspark. Dort sollen sich insbesondere Unternehmen aus den Bereichen Informations- und Kommunikationstechnologie, Verarbeitung von landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln sowie Kultur und Kreativwirtschaft ansiedeln. Der Park bietet außerdem unternehmensnahe Dienstleistungen sowie Angebote und Räume für Start-ups und Einrichtungen der beruflichen Bildung. Die Bundeswehr war knapp zwanzig Jahre in Prizren im Einsatz. Ende 2018 wurde das Feldlager geschlossen und an die kosovarische Regierung übergeben.

Zugang zu Krediten erleichtern

Um kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Finanzdienstleistungen zu erleichtern, hat die KfW Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Auftrag des BMZ und in Zusammenarbeit mit der US-Entwicklungsagentur (USAID) den Kosovo-Kreditgarantiefonds (KCGF) initiiert. Er stellt Kreditgarantien für KKMU bereit, indem er das Kreditrisiko mit den Finanzinstituten teilt.

Der Fonds wird inzwischen auch von der Europäischen Union, der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Schweden unterstützt. Bislang wurden rund 6.500 Unternehmen unterstützt, sie erhielten Darlehen in einer Gesamthöhe von etwa 245 Millionen Euro und konnten rund 19.500 neue Jobs schaffen.