Ansicht der Stadt Cartagena an der kolumbianischen Karibikküste

Wirtschaftliche Situation Zuwächse in der Land- und Bauwirtschaft

Dank seines Rohstoffreichtums (Kohle, Erdöl) ist Kolumbien nach Brasilien und Mexiko die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas. Allerdings wirken sich die Weltmarktpreise für Rohstoffe dadurch direkt auf die ökonomische Entwicklung und die staatlichen Einnahmen aus: Während die kolumbianische Wirtschaft in den Jahren 2013 und 2014 um mehr als vier Prozent wuchs, lag die Wachstumsrate 2018 bei nur noch 2,6 Prozent, stieg aber 2019 wieder auf 3,4 Prozent. Für die Folgejahre erwartet der Internationale Währungsfonds (IWF) ein robustes Wachstum mit möglicherweise noch höheren Werten.

Umfangreiches Investitionsprogramm

Wirtschaftliche Zuwächse sind vor allem in der Landwirtschaft und in der Baubranche zu verzeichnen. Die Bauwirtschaft profitiert insbesondere von staatlichen Großaufträgen wie dem Autobahnbau. Der von Präsident Duque im August 2018 vorgelegte Nationale Entwicklungsplan 2018–2022 sieht staatliche Investitionen von umgerechnet rund 350 Milliarden US-Dollar vor. Unter anderem sollen 520.000 Sozialwohnungen gebaut werden.

Neuausrichtung der Handelspolitik

Unter Duques Vorgänger Juan Manuel Santos hatte Kolumbien diverse Handelsabkommen abgeschlossen, unter anderem mit den USA und der Europäischen Union. Präsident Duque führt diese Politik der Marktöffnung nicht weiter. Er strebt vor allem an, aus den bestehenden Abkommen den größtmöglichen Nutzen für sein Land zu ziehen.