Wirtschaftliche Situation Solide Basis

Kenia trägt etwa 40 Prozent zur Wirtschaftsleistung Ostafrikas bei. Für deutsche Unternehmen ist das Land wichtigster Partner in der Region. Im Vergleich zu anderen afrikanischen Staaten kann Kenia eine solide wirtschaftliche Basis vorweisen.

Eine Mitarbeiterin kontrolliert ein Fließband, auf dem Tetrapacks mit Fruchtsaft befördert werden.

Eine Mitarbeiterin kontrolliert ein Fließband, auf dem Tetrapacks mit Fruchtsaft befördert werden.

Eine Mitarbeiterin kontrolliert ein Fließband, auf dem Tetrapacks mit Fruchtsaft befördert werden.

Das Land verfügt über einen dynamischen Privatsektor, eine geringe Abhängigkeit von Rohstoffexporten, eine wachsende Mittelschicht und eine zunehmend produktive Landwirtschaft. In den vergangenen Jahren wuchs die kenianische Wirtschaft jährlich um fünf bis sechs Prozent. Nach einem Rückgang des BIP-Wachstums auf rund ein Prozent im Zuge der Coronakrise 2020 erwartet die Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) für die kommenden Jahre erneut Wachstumswerte zwischen fünf und sechs Prozent.

Bedeutende Rolle der Landwirtschaft

Der beschäftigungsintensivste und zweitgrößte Wirtschaftsbereich ist die Landwirtschaft, zwischen 50 und 60 Prozent der Beschäftigten verdienen damit ihr Lebenseinkommen. Dieser trägt 34 Prozent zum BIP bei. Tee, Kaffee und Schnittblumen sind die Hauptexportgüter des Landes. Eine sehr wichtige ökonomische Rolle spielt auch der Dienstleistungssektor, insbesondere die IT-Branche und der Tourismus mit einem Beitrag von 43 Prozent zum BIP im Jahr 2019.

Zu den Herausforderungen zählen eine hohe Staatsverschuldung und Abhängigkeit von externen Gläubigern wie China, die häufige Veruntreuung staatlicher Mittel, eine hohe Arbeitslosigkeit, Mängel in der Infrastruktur und eine große Abhängigkeit von Importen. Die kenianische Produktion kann im Wettbewerb mit Niedriglohnländern, insbesondere in Asien, nicht bestehen.

Ostafrikanische Gemeinschaft

Kenia ist Gründungsmitglied und treibende Kraft der Ostafrikanischen Gemeinschaft (East African Community, EAC), der auch Tansania, Uganda, Ruanda, Burundi und Südsudan angehören. Seit 2010 existiert ein gemeinsamer Binnenmarkt mit freiem Waren- und Personenverkehr für die mehr als 180 Millionen Bürgerinnen und Bürger der sechs Staaten. Langfristiges Ziel der Gemeinschaft ist eine politische Union mit einer gemeinsamen Währung nach dem Vorbild der EU.