Im Flüchtlingslager Kakuma in Kenia.
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Gestaltungsspielraum Flucht und Migration Perspektiven für Geflüchtete und Aufnahmegemeinschaften
Kenia gehört zu den größten Aufnahmestaaten für Geflüchtete weltweit, mit über 800.000 registrierten Flüchtlingen und Asylsuchenden, die vor Konflikten und Krisen aus Nachbarländern fliehen. Die Mehrheit von ihnen stammt aus Somalia und dem Südsudan, gefolgt von kleineren Gruppen aus der Demokratischen Republik Kongo, Äthiopien und Uganda. Viele leben seit Jahrzehnten in Flüchtlingslagern wie Kakuma und Dadaab, die ursprünglich als provisorische Unterkünfte gedacht waren, sich aber längst zu Siedlungen mit zehntausenden Bewohnern entwickelt haben. Neue Wellen an Geflüchteten verschärfen die Lage, denn Wasser, Strom, Gesundheitsversorgung und Schulen reichen schon jetzt oft nicht aus, und die Infrastruktur stößt an ihre Grenzen.
Zugleich steht die humanitäre Versorgung unter massivem Druck: Das Welternährungsprogramm (Externer Link) (Externer Link)(WFP) warnt vor kritischen Finanzierungsengpässen, die dazu führen, dass Flüchtlinge deutlich weniger Unterstützung erhalten und die Gefahr von Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung steigt. Zudem verschärfen klimabedingte Wetterextreme wie Überschwemmungen, wie zuletzt im Mai 2024 in Dadaab, die ohnehin angespannte Lage: Tausende Menschen werden zusätzlich vertrieben, Schulen, Gesundheitszentren und Wasseranlagen beschädigt, und die ohnehin knappe Infrastruktur gerät noch stärker unter Druck.
Ziele im Sektor
Die Projekte zielen darauf ab, die Lebensbedingungen von Geflüchteten und Aufnahmegemeinschaften zu verbessern sowie die nachhaltige Entwicklung der Regionen zu fördern. Dabei stehen wirtschaftliche Integration, sichere Energieversorgung, Bildung und die Stärkung lokaler Strukturen im Mittelpunkt. Gleichzeitig sollen Migration und Flucht besser gesteuert, klimabedingte Risiken reduziert und inklusive, resiliente Entwicklungswege gefördert werden.
Projektbeispiele
- Im Norden Kenias unterstützt ein Vorhaben die Umsetzung des Shirika-Plans, der die Lebensbedingungen von Geflüchteten verbessern soll. In den Regionen um Dadaab und Kakuma werden dazu die Einkommen von Geflüchteten wie auch der Aufnahmebevölkerung durch Berufsbildung und die Förderung von Kleinstunternehmen gestärkt. Weiter helfen Schulungen und Beratung staatlichen Stellen, das Zusammenleben von Geflüchteten und Aufnahmebevölkerung langfristig zu stabilisieren.
Am Horn von Afrika unterstützt ein regionales Projekt die Umsetzung von Initiativen zum Umgang mit klimabedingter Migration. In einer von Krisen und Vertreibung geprägten Region stärkt es die Organisation IGAD (Externer Link) dabei, politische und institutionelle Ansätze weiterzuentwickeln. Durch Trainings und Beratung auf regionaler und lokaler Ebene soll Migration besser gesteuert und klimaresiliente, inklusive Entwicklungswege gezielter gefördert werden.
- Der Kakuma Kalobeyei Challenge Fund fördert die wirtschaftliche Integration von Geflüchteten und Aufnahmegemeinden durch gezielte Unterstützung von Unternehmen. Privatwirtschaftliche und soziale Unternehmen erhalten Investitionszuschüsse, um in den Markt einzutreten oder ihre Geschäftstätigkeit vor Ort auszubauen. Flankierend verbessern politische Maßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit die Rahmenbedingungen für unternehmerische Aktivitäten.