Autofähre auf dem Mekong, Kambodscha

Wirtschaftliche Situation Stabiles Wachstum, Verlust an Biodiversität

Der Beitritt zu internationalen Organisationen wie der Vereinigung Südostasiatischer Länder (ASEAN, 1998) und der Welthandelsorganisation (WTO, 2004) hat Kambodscha aus der wirtschaftlichen Isolation geholt.

Das Land verzeichnete in den vergangenen Jahren wirtschaftliche Wachstumsraten von etwa sieben Prozent. Wichtigste Sektoren sind die Landwirtschaft, die Textil- und Schuhproduktion, die Bauindustrie und die Tourismusbranche.

Seit Beginn der 1990er Jahre wandelt sich die Wirtschaftsstruktur: Die Landwirtschaft verliert an volkswirtschaftlicher Bedeutung, ihr Anteil am Bruttoinlandsprodukt beträgt nur noch 23 Prozent. Der Dienstleistungssektor macht hingegen bereits etwa 40 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

Massiver Verlust von Regenwald

Der Umweltschutz wird in der offiziellen Gesetzgebung zwar berücksichtigt, die Umsetzung der Vorgaben ist jedoch mangelhaft. So werden zum Beispiel Genehmigungen für Dammbauprojekte am Mekong sowie Konzessionen für großflächigen Holzeinschlag vergeben, ohne dass die teilweise gravierenden Schäden für die Umwelt hinreichend in Betracht gezogen werden.

Satellitenbildauswertungen des Datenportals Open Development Cambodia haben ergeben, dass 2014 nur noch etwa 48 Prozent der Landesfläche von Wald bedeckt waren. Im Jahr 2000 waren es noch 66 Prozent.