Flüchtlingslager Zaatari in Jordanien

Flüchtlingssituation Politik der offenen Arme

Jordanien hat die UN-Flüchtlingskonvention nicht unterzeichnet – ein Recht auf Asyl existiert nicht. Doch trotz seiner schwierigen geographischen Lage in einer krisengeschüttelten Region verfolgt Jordanien seit Jahrzehnten eine Politik der offenen Arme.

Mehr als zwei Millionen Palästinenserinnen und Palästinenser haben seit 1947/48 in Jordanien Zuflucht gefunden. Hinzu kamen irakische Flüchtlinge, deren Zahl auf 200.000 bis 300.000 geschätzt wird. Aktuell sind noch rund 67.000 aus dem Irak Geflüchtete in Jordanien registriert. 

Nach Ausbruch der bewaffneten Auseinandersetzungen in Syrien im Jahr 2011 setzte ein neuer Flüchtlingsstrom ein. Im November 2019 waren nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 650.000 syrische Flüchtlinge offiziell in Jordanien registriert. Die große Mehrheit dieser Menschen ist in Städten und Gemeinden untergekommen. Nur etwa 16 Prozent aller Flüchtlinge in Jordanien leben in Aufnahmelagern, die meisten von ihnen im Flüchtlingscamp Zaatari im Grenzgebiet zu Syrien.

Der Zustrom von Flüchtlingen gefährdet die Stabilität des Landes. Die vorhandene Infrastruktur ist zu schwach, um die Bevölkerung verlässlich mit Wasser und Energie zu versorgen. Und auch das Bildungs- und das Gesundheitssystem sind überlastet.

Damit das politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gefüge des Landes nicht überfordert wird, ist Jordanien auf internationale Unterstützung angewiesen. Die jordanische Regierung hat für die Jahre 2017 bis 2019 einen Hilfsbedarf in Höhe von 7,7 Milliarden US-Dollar gemeldet.