Das Lager Domiz für syrische Geflüchtete in Dohuk, Region Kurdistan-Irak

Humanitäre Lage Fluchtziel Region Kurdistan-Irak

Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden ab 2014 rund sechs Millionen Menschen durch den bewaffneten Konflikt im Irak vertrieben. Von ihnen sind 4,87 Millionen inzwischen in ihre Herkunfts­gebiete zurück­gekehrt. 

Die Zahl der hilfs­bedürf­tigen Binnen­vertrie­benen und Rück­kehre­rinnen und Rück­kehrer beziffert das Amt der Vereinten Nationen für die Ko­ordi­nie­rung huma­ni­tärer Angelegen­heiten (OCHA) auf 4,1 Millionen Menschen. Etwa 1,5 Millionen davon sind akut auf humanitäre Hilfe angewiesen. Dafür benötigt der Irak nach OCHA-Angaben Mittel in Höhe von 607,2 Millionen US-Dollar (Stand: März 2021).

Versorgt werden müssen außerdem etwa 246.000 Flücht­linge, die aus Syrien in den Irak geflohen sind (Stand: April 2021). Auf­genommen wurden sie größten­teils – wie auch viele der Binnen­ver­trie­benen – von der auto­nomen Region Kurdistan-Irak. Die kurdische Regional­regierung und die lokale Bevölkerung leisten Beacht­liches, um diese Heraus­forderung zu bewältigen.

Eine Familie im Flüchtlingscamp Shariya, einer Unterkunft für jesidische Binnenflüchtlinge in Dohuk, Kurdistan-Irak

Eine Familie im Flüchtlingscamp Shariya, einer Unterkunft für jesidische Binnenflüchtlinge in Dohuk, Kurdistan-Irak

Eine Familie im Flüchtlingscamp Shariya, einer Unterkunft für jesidische Binnenflüchtlinge in Dohuk, Kurdistan-Irak

Angesichts der politischen In­sta­bi­li­tät, des hohen Maßes an Zerstörung und fehlender wirt­schaft­licher Perspek­tiven wird die Rück­kehr der verbleibenden Binnen­vertriebenen in ihre Heimat­orte noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Auch die syrischen Flücht­linge werden aufgrund des andauernden Bürger­kriegs in ihrem Heimat­land den Irak nicht so bald verlassen. Die Region bleibt daher auf inter­nationale Unter­stützung angewiesen.

Als ressourcen­reiches Land steht der Irak grund­sätz­lich in der Ver­ant­wortung, Wieder­aufbau und Reform­prozesse zunehmend selbst in die Hand zu nehmen. Hierfür müssen aller­dings nationale und lokale Behörden finanziell und personell deutlich besser aus­gestattet und die Korrup­tion wirksam bekämpft werden.