Mit Solaranlagen ausgestattetes Fußballstadion in Salvador da Bahia

Schwerpunkt Erneuerbare Energien und Energieeffizienz Strom aus Wind und Sonne gewinnen

Deutschland unterstützt Brasilien dabei, seine Energieversorgung zu dezentralisieren und den Anteil von Elektrizität aus Wind- und Solarkraft im Strommix zu erweitern.

Das Energieministerium und andere verantwortliche Behörden und Agenturen werden dabei beraten, die erforderlichen technischen Grundlagen für die Nutzung erneuerbarer Energien zu schaffen. Unter anderem wurden die Regeln für den Bau von Windkraftanlagen verbessert. Außerdem wurde ein Vergütungsmodell entwickelt, das den Netzanschluss von dezentralen Stromerzeugungsanlagen unbürokratisch ermöglicht.

Gemeinsam mit der brasilianischen Entwicklungsbank BNDES und dem Energieversorger Eletrosul wurden Finanzierungsprogramme aufgelegt, die Anreize für Investitionen in klimafreundliche Windenergie schufen. Zehn Windparks mit einer Leistung von insgesamt 500 Megawatt wurden finanziert, begleitet von Beratungsleistungen zur Technik und zum Betrieb der Anlagen. Damit wurden zu einem frühen Zeitpunkt "Vorbildvorhaben" umgesetzt, die dazu beitrugen, die Windenergie in Brasilien zu etablieren. 

Windturbinen in Rio do Fogo, Brasilien

Windturbinen in Rio do Fogo, Brasilien

Windturbinen in Rio do Fogo, Brasilien

Solarenergie

Im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 wurden als Demonstrationsprojekt Fußballstadien wie das Stadion Mineirão in Belo Horizonte mit Solaranlagen ausgestattet. In Rio de Janeiro wurden solarthermische Anlagen in einem Baukomplex mit Sozialwohnungen installiert. Der Einbau entsprechender Anlagen ist heute im nationalen Förderprogramm für sozialen Wohnungsbau ("Minha Casa Minha Vida") verpflichtend festgeschrieben.

Aktuell fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Entwicklung und den Bau der größten industriellen Anlage zur Gewinnung von Solarenergie im Nordosten des Landes. Außerdem werden Universitäten und Berufsbildungszentren dabei unterstützt, Lehr- und Fachkräfte für Wind- und Solarenergie auszubilden.

Energieeffizienz

Auch die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Ziel der brasilianischen Regierung. Deutschland unterstützt den Staat und die private Wirtschaft unter anderem dabei, im Bereich der urbanen Mobilität die Energieeffizienz zu erhöhen und so den Ausstoß klimaschädlicher Schadstoffe zu verringern. Das BMZ finanziert die Beratung, den Fachaustausch in Deutschland sowie gemeinsame Forschungsvorhaben und stellt über die KfW Entwicklungsbank Entwicklungs- und Förderkredite für die Erschließung regenerativer Energiequellen zur Verfügung. Durch Pilotprojekte sollen neue Techniken bekannt gemacht und verbreitet werden.

Hintergrund

Zurzeit erfolgt der überwiegende Teil der brasilianischen Energieversorgung über Großwasserkraftwerke. Im Vergleich zu anderen Schwellenländern weist Brasilien daher eine relativ gute Klimabilanz auf. Doch in Trockenheitsphasen und bei erhöhter Energienachfrage kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Stromausfällen. Der Bau neuer Großwasserkraftwerke stößt zudem aufgrund negativer Folgen für die Umwelt und für die lokale Bevölkerung auf wachsenden Widerstand.

Trotz guter klimatischer und geographischer Voraussetzungen ist die Nutzung von Solar- und Windenergie in Brasilien noch wenig verbreitet. Angesichts des vorhergesagten Wirtschafts- und Bevölkerungswachstums hat die brasilianische Regierung ein großes Interesse daran, die Energieversorgung auf eine breitere, ökonomisch und ökologisch nachhaltige Grundlage zu stellen.