Wirtschaftliche Situation Schwieriges Umfeld für Investitionen

Während des Krieges wurden in Bosnien und Herzegowina viele Industrie­an­lagen und staats­eigene Be­triebe zerstört. Die Wirt­schaft des Landes kam fast zum Er­liegen. Bis heute gehört die bos­nisch-herze­go­wi­nische Wirt­schaft zu den schwäch­sten Volks­wirt­schaften Europas. 

Bank in der Kleinstadt Sanski Most

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Zu den Problemen des Landes zählt nach wie vor die hohe Arbeitslosigkeit. Sie lag schon 2019, vor der Corona-Krise, bei 15,7 Prozent und hat sich 2020 auf rund 19 Prozent erhöht. Auch die ausländischen Direktinvestitionen, die in den vorangegangenen Jahren regelmäßig zu­ge­nom­men hatten, sind 2020 stark zurück­ge­gangen.

Die wirtschaftliche Situation hatte bereits vor der Corona-Pandemie dazu geführt, dass viele, vor allem junge  Menschen, das Land verlassen haben. Die Jugendarbeitslosigkeit lag 2019 bei 34 Prozent. 

Bislang ist es nicht gelungen, einen einheitlichen, alle Landesteile von Bosnien und Herze­gowina umfassenden Wirtschafts­raum zu bilden. Die stark zersplitterten staatlichen Strukturen sind für ausländische Investoren nur schwer zu durchschauen. In der "Doing-Business"-Rangliste  der Weltbank lag Bosnien und Herzegowina 2020 auf Platz 90 von 190 Ländern.

Ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor sind die Rücküberweisungen der rund zwei Millionen Bosnier und Herzegowiner, die im Ausland leben und von dort ihre Familien unterstützen. 2019 kamen so rund 2,2 Milliarden US-Dollar ins Land – fast elf Prozent  des Bruttoinlandproduktes. Nach Schätzungen der Weltbank ist die Summe der Rücküberweisungen 2020 auf rund 1,6 Milliarden gesunken. 

Mangelnde Rechtssicherheit und Korruption auf allen Ebenen und in allen Bereichen belasten die Lage zusätzlich. Der Korruptionsindex (Externer Link) von Transparency International listet Bosnien und Herzegowina im Jahr 2020 auf Platz 111 von 180 Ländern.

Entwicklungspotenziale

Trotz der vielen Herausforderungen, vor denen das Land steht, hat Bosnien und Herzegowina großes Entwicklungspotenzial: Die feste Bindung der Landeswährung an den Euro hat zu einer stabilen Preisentwicklung und einer niedrigen Inflationsrate geführt. Durch seine zentrale Lage bietet sich Bosnien und Herzegowina als günstiger Standort für Unternehmen an, die die Märkte Südosteuropas bedienen wollen. 

Besonders viele Möglichkeiten sind im Bereich der Energiewirtschaft  vorhanden, die ein großes Exportpotenzial besitzt. Das Land kann seine Wettbewerbsfähigkeit durch den Export von Strom steigern. Mit Unterstützung des BMZ werden mehrere Windparks aufgebaut und zudem wird die Nutzung weiterer regenerativer Energiequellen vorangetrieben.