Kernthema Klima und Energie, Just Transition  Stabile und nachhaltige Energieversorgung

Eine leistungsfähige Energieversorgung ist eine wichtige Grundlage für die wirtschaftliche Entwicklung von Bosnien und Herzegowina. Deutschland fördert darum besonders den Einsatz von erneuerbarer Energie und die Steigerung der Energieeffizienz.

Der Fluss Vrbas

Der Fluss Vrbas

Der Fluss Vrbas

Bosnien und Herzegowina verfügt über ein großes – und bei weitem noch nicht ausgeschöpftes – Potenzial, Energie aus Wasser, Wind, Sonne und Biomasse zu gewinnen. Das Land hat damit gute Voraussetzungen, seine Energieversorgung klimafreundlich auszubauen und Einnahmen aus Energieexporten in die Nachbarstaaten zu erwirtschaften. Bremsend wirkt die fehlende Infrastruktur, um den Strom effizient zu verteilen. Auch müssen die Rahmenbedingungen für die heimischen Unternehmen verbessert werden, um den Ausbau erneuerbarer Energien für sie attraktiver zu machen.

Ausstoß von Kohlendioxid senken

Bosnien und Herzegowina hat gemeinsam mit anderen südosteuropäischen Ländern und der Europäischen Union eine Energiegemeinschaft gegründet. Ihr Ziel ist es, einen einheitlichen Regulierungsrahmen zu schaffen und Investitionen in eine klimaschonende Energieproduktion zu fördern. Im Rahmen eines GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Vorhabens unterstützt Deutschland das Außen- und Wirtschaftsministerium sowie die Energieministerien der beiden Entitäten in Bosnien und Herzegowina bei der Entwicklung und Umsetzung einer Dekarbonisierungsstrategie. Im Mittelpunkt stehen die energetische Sanierung von Gebäuden, die Förderung gewerblicher Energieanlagen und die Entwicklung dezentraler Bürgerenergieprojekte.


Bau von Windkraftanlagen

Ein bedeutendes Projekt der Entwicklungszusammenarbeit mit Bosnien und Herzegowina ist der Aufbau des Windparks Mesihovina in der südlichen Herzegowina. Die erste Anlage dieser Art im westlichen Balkan wurde 2018 in Betrieb genommen. Rund 33.000 Haushalte können durch die 22 Windräder versorgt werden, etwa 137.000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr werden eingespart. Die Anlage dient als Modell für die weitere Erschließung der Windkraft in der Region. Unter anderem wurden aufgrund der Erfahrungen aus dem Projekt die Genehmigungsverfahren der Föderation Bosnien und Herzegowina für Windkraftanlagen spürbar vereinfacht.

Anfang 2021 wurde der zweite mit deutscher Unterstützung finanzierte Windpark in der Nähe der Stadt Mostar eingeweiht, drei weitere sind in Planung.

Die Entwicklung der Wasserkraft fördert das BMZ durch den Neubau beziehungsweise die Modernisierung bereits bestehender Kraftwerke. Alle Vorhaben werden umfassend auf ihre Umwelt- und Sozialverträglichkeit geprüft. Bei Fördervorhaben in Südosteuropa werden die Prinzipien der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie zugrunde gelegt, die deutlich höhere Naturschutzanforderungen beinhalten als zum Beispiel die Standards der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Stand: 07.06.2022