Soziale Situation Chancenungleichheit für Frauen und Roma

Der Staat Bosnien und Herzegowina ist streng entlang ethnischer Linien aufgeteilt: Recht­sprech­ung, Bil­dung und Medien orientieren sich in erster Linie an der eigenen ethnischen Gruppe, eine über­grei­fe­nde, ge­samt­staatliche Iden­ti­tät gibt es nicht. Dies führt zu Dis­kri­mi­nierung und Aus­grenzung.

Eine Verkäuferin in einem Imbiss

Eine Verkäuferin in einem Imbiss

Eine Verkäuferin in einem Imbiss

Für Frauen ist die Situation besonders schwierig. Ihr Zugang zum Arbeitsmarkt ist gering – Bosnien und Herzegowina hat mit rund 27 Prozent eine der niedrigsten Frauenerwerbsquoten in ganz Europa. Viele Frauen besitzen keine Krankenversicherung und sind in besonderem Maße Armutsrisiken ausgesetzt.

Besonders stark von Diskriminierung betroffen sind Roma. Ihr Zugang zu Wohnungen, Gesundheitsversorgung, Beschäftigung und Bildung ist schlecht. Zwei Drittel der Roma haben keine Krankenversicherung; ihre Sprache Romani wird in den Schulen nicht als Wahlfach angeboten.

Seit 2019 halten sich mehrere Tausend Migranten im Land auf, die meisten versuchen, über die kroatische Grenze in die EU zu gelangen. Die vorhandenen Unterkunftsmöglichkeiten sind überfüllt und in schlechtem Zustand. Die EU unterstützt die oftmals überforderten örtlichen Behörden dabei, die Bedingungen kurzfristig zu verbessern.