Statue in Jerewan

Gestaltungsspielraum „Gute Regierungsführung“
Stärkung von Staat und Gesellschaft

Armeniens öffentliche Verwaltung steht vor großen Herausforderungen: Dienstleistungen sind oft ineffizient, digital kaum zugänglich und besonders in ländlichen Regionen schwer erreichbar. Strukturelle Defizite im Governance-System und zu wenig erkennbare Fortschritte bei der Korruptionsbekämpfung hemmen Vertrauen und Reformfähigkeit. Projekte des BMZ unterstützen deshalb bei der Modernisierung von Verwaltung, dem Aufbau von Kompetenzen und der Stärkung der Zivilgesellschaft.

In Armenien bleibt die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Sektors hinter den Erwartungen zurück: Viele Dienstleistungen sind ineffizient, wenig digitalisiert und für Bürgerinnen und Bürger, besonders in ländlichen Regionen, schwer zugänglich. Laut Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) nutzen nur rund fünf Prozent der Bevölkerung digitale staatliche Angebote, und physische Präsenz ist für viele Leistungen weiterhin erforderlich, was Zugangsbarrieren verstärkt und die Produktivität hemmt. Gleichzeitig zeigen OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Analysen ein fragmentiertes Verwaltungssystem mit unzureichender Koordination, schwachen Innovations- und Partizipationsstrukturen sowie eingeschränkten Kapazitäten im öffentlichen Dienst, was Reformbedarf für transparente, effiziente und bürgernahe Verwaltung signalisiert. Darüber hinaus bleibt der Kampf gegen Korruption ohne messbare Fortschritte, was das Vertrauen der Bevölkerung in staatliche Institutionen weiter schwächt.

Ziele im Sektor

Öffentliche Institutionen und gesellschaftliche Akteure im Südkaukasus sollen so gestärkt werden, dass Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und bürgernahe Verwaltung tragfähig werden. Durch Reformen der öffentlichen Verwaltung, die Annäherung an Standards der Europäischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und den regionalen Austausch sollen staatliche Leistungen effizienter, transparenter und zugänglicher werden.

Projektbeispiele

  • Ein Vorhaben stärkt staatliche Institutionen und Verwaltungen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene, um bürgerorientierte Dienstleistungen zu verbessern. Schwerpunkte sind die Optimierung rechtlicher und institutioneller Rahmenbedingungen, der Kompetenzaufbau sowie Bürgerbeteiligung und gendersensible Dienstleistungserbringung.

  • Die Länder des Südkaukasus modernisieren ihre öffentliche Verwaltung im Rahmen regionaler Zusammenarbeit und im Einklang mit EU-Standards. Das Vorhaben stärkt die Kompetenzen von Beamtinnen und Entscheidungsträgerinnen und unterstützt nationale Reformen, unter anderem in den Bereichen Digitalisierung, öffentliche Dienstleistungen, EU-Integration und E-Governance. Zugleich fördert es den Austausch bewährter Verfahren und gegenseitiges Lernen zwischen den Ländern.

  • Ein weiteres Vorhaben stärkt lokale zivilgesellschaftliche Organisationen durch Kompetenzaufbau, Vernetzung und die Umsetzung gemeinsamer Projekte. Schulungen, Austauschformate und Pilotprojekte festigen ihre Rolle nachhaltig.

Stand: 10.02.2026