Blick auf die Karibikinsel St. Lucia: links der Atlantik, rechts das Karibische Meer

Ostkaribik: Zusammenarbeit konkret Kampagne zur Bewusstseinsförderung zu Klimarisiken auf St. Lucia

Die Ostkaribik wird immer wieder von Katastrophen heimgesucht. Die Bundesregierung unterstützt daher Aufklärungskampagnen, damit die Bevölkerung dort Risiken bewusst minimieren kann.

Der Klimawandel trifft die kleinen Inselstaaten in der Ostkaribik hart. Die sozialen und ökonomischen Folgen von Extremwettereignissen in der OECS-Region (Organisation Ostkaribischer Staaten) sind verheerend, wie die Wirbelstürme Irma und Maria im Jahr 2017 zeigten. Doch nicht nur Wirbelstürme, sondern auch zunehmender Starkregen, der Flüsse über die Ufer treten lässt und zu Überschwemmungen und Erdrutschen führt, stellt eine Bedrohung für die lokale Bevölkerung dar.

So auch in der Gemeinde Anse-la-Raye auf St. Lucia, einem Inselstaat in der Karibik.  Der 7.000-Einwohner-Ort liegt in einem Tal inmitten von zwei Flüssen. Bei Starkregen kommt es hier immer wieder zu Überschwemmungen und die Flüsse schneiden die Fluchtwege zu den sicheren Bergen ab.

Einige Bewohnerinnen und Bewohner folgten einer staatlichen Initiative und siedelten in die umliegenden Berge um. Viele Menschen blieben jedoch – teilweise, weil sie ihr soziales Umfeld nicht verlassen möchten, aber auch, weil sie sich der Gefahren nicht bewusst sind.

Bewusstsein über die Gefahren und Folgen von Naturkatastrophen steigern

Die Bundesregierung unterstützt (Externer Link) über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) eine Reihe von Aufklärungskampagnen der OECS-Kommission. Dabei findet die Aufklärung beidseitig statt: Die Kommission erfährt auf Bürgerforen von den Erfahrungen und Sorgen der Anwohnerinnen und Anwohner sowie Kommunalpolitikerinnen und -politiker. Gleichzeitig informiert die OECS-Kommission nicht nur über die Gefahren, denen die Stadtbevölkerung durch Naturkatastrophen ausgesetzt ist, sondern auch über die eventuelle Notwendigkeit, umzusiedeln.

Herausforderungen bei Umsiedlungsmaßnahmen

Bei vielen im Ort besteht durchaus der Wille, jedoch fehlt es bei der Umsiedlung an finanzieller Unterstützung. Die Kleinstadt Anse-la-Raye ist Teil der ärmsten Regionen St. Lucias und nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner können die von der Regierung zur Verfügung gestellten Grundstücke erwerben, berichtet Stephen Griffith, Vorsitzender des Katastrophenkomitees des Ortes.

Ortsteile vor Überschwemmungen schützen

Die von den Überschwemmungen in Anse-la-Raye verursachte starke Verschmutzung des Flussbetts verlangsamt oder blockiert oft den Abfluss des Wassers. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat daher Aktionen zur Reinigung der beiden durch den Ort fließenden Flüsse unterstützt. Die Wiederherstellung der stadtnahen Mangroven hingegen schafft einerseits natürliche Überflutungsgebiete, die einer Überschwemmung der Stadt vorbeugen. Andererseits ergeben sich Möglichkeiten für wirtschaftliche Entwicklungen im Tourismusbereich.