Entladen von Transportbooten auf der Insel Gili Trawangan, Indonesien

Indonesien: Zusammenarbeit konkret 1000 Inseln – Ländliche Elektrifizierung durch erneuerbare Energien

Außerhalb der Inseln Java und Bali und vor allem im wenig entwickelten Osten Indonesiens haben viele Menschen noch keinen Zugang zu Strom. Durch Kleinwasserkraftwerke und Solar Mini Grids sorgt das Programm "1000 Inseln" für eine zuverlässige, klima- und umweltfreundliche Stromversorgung und trägt damit zur sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung in entlegenen Regionen Indonesiens bei.

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Im Auftrag des BMZ unterstützt die KfW (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Indonesien beim klimaschonenden und nachhaltigen Umbau des Energiesystems. Zunächst wird der Ausbau der Stromversorgung in abgelegenen Gegenden der Provinz Ost-Nusa Tenggara durch Photovoltaik-Anlagen finanziert. Diese speisen in kleine, in sich geschlossene Insel-Versorgungsnetze ein (Mini Grids). Die KfW hat hierfür einen Förderkredit in Höhe von 65 Millionen Euro an den staatlichen Energieversorger PLN vergeben. Damit erhalten rund 20.000 Haushalte erstmals Zugang zu einer zuverlässigen Stromversorgung.

Darüber hinaus soll das erhebliche Potenzial für Wasserkraft in Indonesien genutzt werden. Dafür wurde ein Kreditvertrag über 115 Millionen Euro mit PLN geschlossen. Mit diesem zinsgünstigen Entwicklungskredit sollen bis zu neun kleinere Wasserkraftwerke zwischen einem Megawatt und 20 Megawatt auf den Inseln Sulawesi, Papua und Kalimantan (Borneo) finanziert werden. Durch diese zusätzlich installierte Leistung von mindestens 35 Megawatt an Wasserkraft werden in den abgelegenen Regionen weitere Haushalte ans Netz angeschlossen.

Begleitet werden diese Maßnahmen durch Infrastrukturinvestitionen: Inselnetze werden auf Mittel- und Niederspannungsebene ausgebaut, Zufahrtsstraßen ausgebaut und zusätzliche Netzanschlüsse hergestellt.

Durch die klimafreundlichen Solar- und Wasserkraftprojekte kann die existierende Stromversorgung durch ineffiziente Dieselgeneratoren deutlich reduziert werden. Dies senkt die durchschnittlichen Stromgestehungskosten sowie CO2-Emissionen. Nach Abschluss der Bauphasen sollen durch das gesamte Programm jährlich rund 125.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.