Zusammenarbeit konkret Kampf gegen Kinderarbeit und Kinderhandel in Burkina Faso

Schnelles Bevölkerungs­wachstum, geringe Alpha­beti­sie­rung, hohe Jugend­arbeits­losig­keit, Klima­wandel, eine drastisch verschlechterte Sicher­heits­lage und hohe strukturelle Armut sind Grund­probleme der Entwicklung Burkina Fasos. Kinder­arbeit und Kinder­handel stellen in dieser Mehr­fach­krise des Landes auch weiterhin eine weit verbreitete Verletzung von Kinder­rechten dar. Von schwer­wiegenden Dis­kri­mi­nie­rungen und Menschen­rechts­verletzungen sind besonders Frauen und junge Menschen betroffen.

Ein Jugendlicher arbeitet in Burkina Faso an einem Marktstand.

Ein Jugendlicher arbeitet in Burkina Faso an einem Marktstand.

Ein Jugendlicher arbeitet in Burkina Faso an einem Marktstand.

Fast die Hälfte der Jungen und etwa ein Drittel der Mädchen zwischen fünf und 14 Jahren werden in Burkina Faso Opfer von Kinder­arbeit. Die schlimmsten Formen kommen im hand­werk­lichen Gold­abbau vor. Rund 35 Prozent aller dort Beschäftigten sind Kinder (49 Prozent Mädchen, 51 Prozent Jungen). Allein im Nach­bar­staat Côte d’Ivoire gehen mehr als 60.000 burkinische Kinder unter 15 Jahren, mehr­heit­lich Jungen, einer Tätig­keit nach, um Geld zu verdienen. Viele Kinder arbeiten unter menschen­unwürdigen Bedingungen und sind dabei auch sexueller Aus­beutung aus­gesetzt. Nur ungefähr die Hälfte aller Jungen und Mädchen hat die Möglichkeit, zur Schule zu gehen.

Das Programm "PRO-Enfant – Umsetzung von Kinder­rechten in Burkina Faso" unter­stützt in einem gemein­samen Ansatz der technischen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) seit 2004 die burkinische Regierung bei der Ver­wirk­lichung von Kinder­rechten, insbesondere bei wirk­samen Maß­nahmen zum Schutz von Kindern. Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden, dezentralen staat­lichen Diensten, Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), dörf­lichen Selbst­hilfe­vereinigungen und Privat­unter­nehmen sowie traditionelle und religiöse Autoritäten und Angehörige der Ziel­gruppen werden in die Planung und Umsetzung der Maß­nahmen einbezogen. Den Rahmen dafür bieten Kinder­schutz­netz­werke auf kommunaler Ebene.


Ziele und Aktivitäten

Siehe auch

Die deutsche Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit hat das Ziel, Achtung, Schutz und Gewähr­leistung der Rechte von Kindern und Jugend­lichen in Burkina Faso nach­haltig zu verbessern und deren alters­gemäße Entwicklung zu fördern.

Schwerpunkt der technischen Zusammen­arbeit ist die Beratung von Ministerien und nicht­staat­lichen Akteuren bei der Erarbeitung und Umsetzung von nationalen Strategien zur Abschaffung von Kinder­arbeit und Kinder­handel. Diese Beratung findet auf zentraler und de­zen­traler Ebene statt. Das Ministerium für Frauen, nationale Solidarität und Familie wird beim Aufbau eines Kinder­notrufs unter­stützt. Außerdem werden Kinder und Eltern direkt angesprochen, um sie über ihre Rechte und über die Risiken des Kinder­handels aufzuklären.

Die finanzielle Zusammen­arbeit konzentriert sich unter anderem auf die Verbesserung von Bildungs­angeboten: Es werden Ausbildungs- und Über­nachtungs­zentren gebaut, Schul­kantinen eingerichtet und Schul- und Aus­bildungs­stipendien vergeben.

Erfolge und Herausforderungen

Ein Mädchen in einem Dorf in Burkina Faso
Ein Mädchen in einem Dorf in Burkina Faso

Die Situation der jungen Menschen hat sich in den teil­nehmenden Regionen erkennbar verbessert. Es gehen dort zum Beispiel deutlich mehr Jungen und Mädchen zur Schule als außer­halb des Projekt­gebiets. Der vorzeitige Schul­abbruch konnte bei rund 30.000 Kindern verhindert und die Ein­schulungs­rate von Mädchen etwa verdoppelt werden. 6.500 Frauen haben direkt oder indirekt von einkommens­schaffenden Aktivitäten des Kinder­fonds profitiert. Die Einrichtung und Nutzung von Schul­kantinen und Über­nachtungs­einrichtungen hat 210.000 Kinder und Jugendliche erreicht und wirkt sich positiv auf den Schul­besuch aus. In sechs Gemeinden wurden Kinder­schutz­netz­werke aufgebaut. Jedes dieser Netz­werke verfügt über einen Not­fall­fonds zur Unter­stützung von Sozial­arbeitern bei der Betreuung gefährdeter Kinder.

Eine Herausforderung besteht jedoch weiterhin darin, alle Teile der burkinischen Gesell­schaft zu erreichen und ihre Bereit­schaft zu wecken, auf die Abschaffung der schlimmsten Formen von Kinder­arbeit hinzuwirken. Eine besondere Heraus­forderung besteht darin, dass Kinder­arbeit und Kinder­rechte ein sehr sensibles Thema sind, das bei der Heran­gehens­weise ein sehr hohes Maß an inter­kultureller Kompetenz und Umsicht erfordert. Deshalb hat das Programm bisher 400 Schlüssel­personen auf kommu­naler Ebene in Kindes­schutz fort­gebildet und beraten; 39 Partner des Sozial- und Arbeits­ministeriums und deren dezentrale Strukturen wurden in den Bereichen Monitoring und Evaluierung fortgebildet.

Deutscher Beitrag: bis 2021 insgesamt rund 18 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: 2004 bis 2021