Erdwärme Wärme aus dem Erdinneren

Weltweit wird nur ein verschwin­dend geringer Teil des Ener­gie­bedarfs durch Erd­wärme gedeckt (weniger als 0,4 Prozent). Dabei bieten die hohen Temperaturen des Erd­inneren ein nahezu uner­schöpf­liches und rund um die Uhr verfügbares Energie­poten­zial. Experten haben berechnet, dass sich jährlich mehr als das Zehnfache des aktuellen globa­len Energie­ver­brauchs aus der Erde gewinnen ließe.

Bei der technischen Nutzung der Erd­wärmen, der so­genann­ten Geo­ther­mie, wird über ein Bohr­loch heißes Wasser oder Dampf aus dem Inneren der Erde an die Ober­fläche geholt. Wenn Dampf bei Temperaturen von mehr als 150 Grad Celsius austritt, kann er Kraft­werks­turbinen antreiben und dadurch direkt Strom erzeugen. Bei niedrigeren Temperaturen ist ein Zwischen­schritt in Form eines Wärme­tau­schers erforderlich. Dabei wird die Wärme des aus der Tiefe stammen­den Wassers an eine spezielle Flüssig­keit abge­geben, die schon bei geringen Temperaturen verdampft und so eine Turbine antreiben kann. Thermal­wasser aus weniger tiefen Erd­schichten lässt sich darüber hinaus auch direkt nutzen, etwa um Gebäude oder Gewächs­häuser zu beheizen.

Aufwendige Erkundung mit finanziellen Risiken

Vor allem Länder die entlang des pazifischen Feuer­rings und des ost­afrikani­schen Grabens liegen, verfügen über ein immen­ses geo­thermi­sches Potenzial.

Erdwärmekraftwerk Olkaria, Kenia

Video: Kenia – Vorreiter bei erneuerbaren Energien

Kenia hat sich ein ehrgeiziges Ziel gesteckt. Um das zu erreichen, setzt man bei der Energieversorgung mit deutscher Unterstützung zunehmend auf Geothermie.

Bisher wird die Erdwärme dort jedoch nur wenig genutzt. Oft liegt das daran, dass Un­klarheit über die lokal vorhan­denen Ressourcen herrscht und das finanzielle Risiko einer Erkundung gescheut wird. Um das geo­ther­mische Potenzial einer Region bestimmen zu können, sind Vor­erkun­dungen an der Erd­ober­fläche und auf­wendige Probe­boh­rungen, zum Teil in mehrere tausend Meter Tiefe, notwendig. Dadurch sind sehr große Investi­tionen erforder­lich bevor erwiesen ist, dass sich die Erd­wärme tat­sächlich nutzen lässt. Abgesehen von diesen Anfangs­investi­tionen ist Geo­thermie eine der kosten­günstig­sten und zu­verlässig­sten Energie­quellen.

Die Bundes­anstalt für Geo­wissen­schaften und Roh­stoffe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (BGR) fördert im Auftrag des BMZ die Nutzung von Erd­wärme. Partner­organi­sationen in Ostafrika werden dabei unterstützt, das geo­thermische Potenzial von Stand­orten einzuschätzen, diese zu erkunden und Fachpersonal fortzubilden. Auch Anträge für die finanzielle Unter­stützung weiter­führender Bohrungen an die Afrikanische Union (AU) werden unter­stützt. Gemeinsam mit der AU entwickelte die BGR außerdem einen Praxis­leitfaden (Externer Link) für geothermische Bohrungen in Ostafrika.