Regenwald  im Mount Cameroon Nationalpark

Tag des Tropenwaldes Minister Müller fordert Fair Deal für Tropenwälder weltweit 

Pressemitteilung vom 14. September 2021 | Berlin – Wälder sind die grünen Lungen der Erde: Doch trotz dieser überlebenswichtigen Aufgaben hält die Zerstörung der Wälder weltweit an, besonders in den Tropen: 2020 gingen über 10 Millionen Hektar Tropenwald verloren. 

Zum Tag des Tropenwaldes erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller: "In den Regenwäldern entscheidet sich, ob wir den Kampf gegen Artenverlust und Klimawandel gewinnen. Sie speichern etwa 20 Prozent des Kohlenstoffs an Land. 75 Prozent der Tier- und Pflanzen­arten leben dort. Aber alle vier Sekunden wird weltweit Wald von der Größe eines Fußballfeldes vernichtet! Experten schätzen, dass 2100 kein Regenwald mehr im Kongobecken übrig sein wird. Das ist dramatisch. Das Kongobecken ist der zweitgrößte Regenwald der Erde, und die größte CO2-Senke der Erde. Der Amazonasregenwald ist schon keine CO2-Senke mehr und stößt mehr CO2 aus, als er absorbiert. Weltweit macht die Zerstörung der Regenwälder durch Brandrodung wie im Amazonas, in Indonesien oder im Kongobecken elf Prozent der weltweiten CO2-Emissionen aus!"

"Wir müssen diese Zerstörung sofort stoppen. Wir brauchen einen Fair Deal für die Regen­wälder", so Minister Müller weiter. "Entwicklungsländer müssen den Regenwald auch als ihr Erbe stärker schützen. Industrieländer müssen sie dabei unterstützen. Nur drei Prozent der internationalen Klimamittel fließen in den Waldschutz. Nötig sind zusätzliche Investitionen der Industrieländer und der Privatwirtschaft. Darüber hinaus darf Naturzerstörung nicht profitabel sein. Wir müssen neue Anreize für Waldschutz setzen. Dazu gehören zertifizierte ent­waldungs­freie Lieferketten vor allem für Holz, Palmöl und Soja."

Vertreterinnen und Vertreter der Kongobecken-Anrainerstaaten mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der Unterzeichnung der Deklaration zum Schutz des Regenwaldes in Berlin

BMZ-Tropenwaldsymposium Entwicklungs­minister Müller fordert "Fair Deal" für Waldschutz Interner Link

7. September 2021 |

Im Kongo­­becken steht der zweit­größte Regenwald der Erde. Ge­mein­sam mit Vertretern der zehn Anrainerstaaten hat Minister Müller verstärkte Schutz­­maß­­nahmen verein­bart.

Regenwald in Brasilien

Um Regenwälder weltweit besser zu schützen, wurden auf der Berliner Tropenwaldkonferenz letzte Woche verstärkte Schutzmaßnahmen vereinbart.

Alle zehn Anrainer­staaten des Kongo-Regen­waldes haben sich verpflichtet, den Wald­schutz und die nachhaltige Forst­wirtschaft zu verstärken. Ziel ist es, 127 Millionen Hektar Wald bis 2030 zu schützen und wieder­herzu­stellen – das ist die dreifache Größe Deutschlands. Die Deklaration wurde gemeinsam mit Wissen­schaftlern und der Zivil­gesellschaft der Anrainer­­länder erarbeitet.

  • Das Entwicklungs­ministerium hatte bereits im Mai 2021 den Weltnaturerbe-Fonds gegründet. Bis 2030 soll ein Kapital­stock von einer Milliarde Dollar auf­ge­baut werden, um die Grund­finanzierung für 30 der wichtigsten Natur­schutz­gebiete zu er­möglichen. Der Fonds wird dann die welt­größte Natur­schutz­stiftung sein. Deutschland hat eine An­schub­finan­zierung von 100 Millionen Dollar bereit­ge­stellt.
  • Insgesamt unterstützt das Ent­wick­lungs­minis­terium 670 Schutz­gebiete welt­weit mit einer Gesamt­fläche, die sechsmal so groß wie Deutschland ist und hat zum Schutz von über 130 Millionen Hektar Wald bei­getragen.
  • Das BMZ engagiert sich für ent­waldungs­freie Lieferketten. Dazu werden – in Zu­sammen­arbeit mit Unter­nehmen – Nach­haltig­keits­standards, Transparenz- und Rück­ver­folg­bar­keits­systeme sowie die Ent­wick­lung eines OECD-FAO-Leit­fadens zu Sorg­falts­pflichten für ent­waldungs­freie Liefer­ketten mit aufgebaut.
  • Weltweit sind 420 Millionen Hektar Wald in den letzten 30 Jahren verloren gegangen – das entspricht fast der Fläche der EU. Aktuell verschwinden jährlich rund zehn Millionen Hektar Wald von der Erde – vor allem für riesige Soja- und Palmölplantagen.