Gnus im Serengeti-Nationalpark in Tansania

Start des Weltnaturerbe-Fonds Deutschland unter­stützt Schutz bedrohter Öko­systeme mit 100 Millionen Dollar – Ziel ist weltweit größte Natur­schutz­stiftung

Pressemitteilung vom 19. Mai 2021 | Berlin – Anlässlich des Welt­bio­diversitäts­tags am 22. Mai gibt Ent­wicklungs­minister Müller heute den Start­schuss für den Welt­natur­erbe-Fonds (Legacy Landscapes Fund) – zusammen mit inter­nationalen Gästen wie John Kerry, dem Klima­beauf­tragten des US-Präsi­denten, Patricia Espinosa, Chefin des UN-Klima­sekretariats (UNFCCC), Elisabeth Maruma Mrema, Chefin des UN-Sekre­tariats für die Bio­diversitäts­kon­vention (UNCBD), Schau­spieler Idris Elba sowie der Geschäfts­führerin des Fonds, Stefanie Lang.

Naturschutz und Erhalt der Artenvielfalt ist das Ziel des neuartigen Fonds, den das Bundes­entwicklungs­ministerium (BMZ) gemeinsam mit inter­nationalen Partnern und Philan­thropen gegründet hat.

Der Launch startet heute um 16.30 Uhr – live auf: www.bmz.de/llf 
 
Entwicklungsminister Gerd Müller: "Gesunde Menschen gibt es nur auf einem gesunden Planeten. Deshalb startet Deutschland den Weltnaturerbe-Fonds. Wir schützen damit herausragende Artenschutzgebiete weltweit und beugen so auch künftigen Pandemien vor. Deutschland stellt zum Start eine Anschubfinanzierung von 100 Millionen US-Dollar bereit. Private Stiftungen steuern weitere 35 Millionen Dollar bei. Der Weltnaturerbe-Fonds kann so in sieben Schutzgebieten in Afrika, Asien, Lateinamerika starten. Bis 2030 wird ein Kapitalstock von einer Milliarde Dollar angestrebt, um die 'ewige Grund­finanzierung' der 30 Schutz­gebiete zu ermöglichen. Der Fonds wäre dann die weltweit größte Natur­schutz­stiftung. Ich lade private und öffent­liche Geber ein, sich zu beteiligen."
 
Stefanie Lang, Direktorin des Legacy Landscapes Fund: "Der Schwund an Biodiversität hat dramatische Ausmaße angenommen. Diesen Trend gilt es umzukehren. Der neu gegründete Naturerbe-Fonds kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten: Er finanziert Schutzgebiete dort, wo die Artenvielfalt groß und die Mittel begrenzt sind und kann dadurch wertvolle Biodiversität erhalten. Sein Zuschnitt ist einzigartig, weil er öffentliche und private Geber vereint und mit der lokalen Bevölkerung sowie NGOs zusammenarbeitet. Durch innovative Partnerschaften können wir gemeinsam mehr für den Naturschutz erreichen als jeder einzelne Akteur für sich."
 
John Kerry, Klimabeauftragter des US-Präsidenten: "In dem Maße, wie wir verstärkt in die Natur investieren und sie ins Zentrum unserer Maßnahmen gegen die Klimakrise stellen, haben wir eine Chance, Arten die Erholung zu ermöglichen und den Anstieg der globalen Temperatur zu verlangsamen. Ähnlich wie die Klimakrise kann auch die Biodiversitätskrise niemand im Alleingang bekämpfen. Um erfolgreich zu sein, bedarf es enger multilateraler Zusammenarbeit bei der Bekämpfung des Klimawandels und beim Aufhalten des Artenschwunds."
 
Rumbidzai Magwiro, Parkrangerin im Gonarezhou National Park in Simbabwe: "Eine langfristige Finanzierung ermöglicht es uns, vor Ort präsent zu sein und zugleich moderne Technologien und Systeme einzuführen."
 
Günther Bräunig, Vorstandsvorsitzender der KfW Bankengruppe: "Die Natur sichert unsere Lebensgrundlage und bildet die Basis für wirtschaftliches Handeln. Sie steht mehr als jemals zuvor unter Druck, mit dramatischen Folgen für die Biodiversität und das Klima. Der Engpass für eine langfristige und effiziente Verwaltung von Schutzgebieten war bisher in vielen Fällen die fehlende dauerhafte Finanzierung. Hier soll der Legacy Landscapes Fund gegensteuern. Wenn es gelingt, mindestens 30 Prozent der Fläche des Planeten unter Schutz zu stellen, verringert sich auch das Risiko weiterer Pandemien. Diese entstehen oftmals durch sogenannte Zoonosen, Infektionskrankheiten, die zwischen Tier und Mensch übertragen werden."
 

Siehe auch
Schwarze Letschwe - eine Antilopenart - im Bangweulu Wetlands National Park, Sambia
Siehe auch
Kolibri in Costa Rica

Der neue Fonds wird besonders wertvolle Naturlandschaften wie die Nationalparks Madidi in Bolivien oder North Luangwa in Sambia durch eine Grundfinanzierung langfristig absichern. Er wurde als gemeinnützige Stiftung vom BMZ und der KfW gemeinsam mit weiteren Partnern wie der Welt­naturschutz­union (IUCN), der UNESCO, dem WWF und der Frankfurter Zoolo­gischen Gesell­schaft gegründet. Das Ent­wicklungs­ministerium stellt 100 Millionen US-Dollar für den Fonds zur Verfügung, philanthropische Stiftungen tragen rund 35 Millionen US-Dollar zur Finanzierung bei.
 
Wenn es gelingt, möglichst viele Arten in bio­diversitäts­reichen, aber einkommens­armen Gebieten langfristig zu bewahren, wird ein großer Teil der überlebens­wichtigen natürlichen Vielfalt für die gesamte Mensch­heit gesichert. Ziel des Fonds ist es, für 30 der Top-Artenschutz­gebiete eine dauerhafte und verlässliche Grund­finanzierung zu sichern. Die Schutzgebiete bekommen eine "Ewigkeits­finanzierung" für ihre Grundarbeit und können so krisensicher ihrer eigentlichen Aufgabe nachkommen und Natur und Mensch wirksam schützen.
 
Deutschland investiert bereits jährlich eine halbe Milliarde Euro für den Erhalt der Biodiversität in Entwicklungs- und Schwellen­ländern. Damit unterstützt das Entwicklungs­ministerium 668 Schutzgebiete mit einer Gesamtfläche sechsmal so groß wie Deutschland.