Weltweite Hungerbekämpfung so wichtig wie nie  Entwicklungsministerin Svenja Schulze sagt dem Welternährungsprogramm weitere Unterstützung zu

Pressemitteilung vom 20. Juni 2022 | Rom – Entwicklungsministerin Svenja Schulze hat dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) Deutschlands Unterstützung bei der Bewältigung der akuten Hungerkrise zugesagt. Bei der Eröffnung der Jahressitzung des WFP-Exekutivrats in Rom warb die Ministerin zudem für das von ihr gemeinsam mit der Weltbank initiierte Bündnis für globale Ernährungssicherheit. 

Entwicklungsministerin Svenja Schulze bei der Jahressitzung des Exekutivrats des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Rom im Juni 2022

Entwicklungsministerin Svenja Schulze bei der Jahressitzung des Exekutivrats des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Rom im Juni 2022

Entwicklungsministerin Svenja Schulze bei der Jahressitzung des Exekutivrats des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Rom im Juni 2022

Das Welternährungsprogramm ist Deutschlands wichtigster multilateraler Partner im Einsatz gegen den Hunger auf der Welt. In diesem Jahr ist dieser Einsatz so wichtig wie nie zuvor: In den letzten zwei Jahren ist laut WFP die Zahl akut hungernder Menschen um 200 Millionen angestiegen, von 135 Millionen in 53 Ländern auf Stand heute 345 Millionen akut hungernde Menschen in 82 Ländern.

Entwicklungsministerin Schulze: "Nie war der gemeinsame Einsatz für Ernährungssicherheit so wichtig wie heute. Deutschland war im vergangenen Jahr mit 1,2 Milliarden Euro der zweitgrößte Geber des WFP. Ich arbeite daran, dass wir dieses hohe Niveau auch in diesem Jahr wieder erreichen und möglichst übertreffen. Bereits heute kann ich zusagen, dass mein Ministerium in diesem Jahr den Kernbeitrag für das Welternährungsprogramm von 28 auf 70 Millionen Euro erhöht. Das ist gut investiertes Geld, denn so schaffen wir Spielraum für das WFP, neben der akuten Nothilfe auch verstärkt langfristige, nachhaltige Ansätze zu verfolgen."

Der Besuch der Ministerin in Rom dient auch der Vorbereitung der internationalen Konferenz für globale Ernährungssicherheit, die das Entwicklungsministerium gemeinsam mit Auswärtigem Amt und Bundeslandwirtschaftsministerium am Freitag in Berlin ausrichtet. Das WFP ist ein zentraler Partner im Bündnis für globale Ernährungssicherheit, das das weltweite Engagement gegen die Hungerkrise koordinieren und weit oben auf der internationalen politischen Agenda platzieren soll.

Im Kreis der Mitgliedsstaaten des WFP-Exekutivrats warb Entwicklungsministerin Schulze dafür, im Einsatz für Ernährungssicherheit nicht nur schnell, sondern auch nachhaltig und ganzheitlich vorzugehen.

Schulze: "Es geht nicht nur darum, diese Hungerkrise zu bewältigen, sondern zugleich darum, die nächste zu verhindern. Darum gilt es, Gesellschaften langfristig unabhängiger zu machen von Lebensmittel-Importen und schwankenden Weltmarktpreisen. Das gelingt zum Beispiel, indem wir die lokale Produktion stärken mit mehr klimaangepasstem, vielfältigem Anbau, regionalem Handel und Lagerkapazitäten. Humanitäre Hilfe, Entwicklungszusammenarbeit und Friedensmaßnahmen müssen zudem Hand in Hand gehen, um künftige Krisen zu verhindern und Frieden zu sichern. Das Welternährungsprogramm kann besonders gut an dieser Schnittstelle arbeiten, denn sein Mandat umfasst humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit. Genau diese Verzahnung wollen wir mit unseren Mitteln fördern. Das, was wir jetzt investieren, um Gesellschaften und Ernährungssysteme krisenfester zu machen, zahlt sich um ein Vielfaches aus. Denn so reduzieren wir immer wiederkehrendes Leid und verhindern viel höhere Kosten für dauerhafte Nothilfe."

Blick auf einen Wassergraben im Flüchtlingslagers Kutupalong, Cox Bazar in Bangladesch

Ein Beispiel für die vom Entwicklungsministerium geförderten Entwicklungsmaßnahmen des WFP ist die "Sahel-Resilienz-Initiative". Seit 2018 setzt das Welternährungsprogramm mit Unterstützung des BMZ in Mali, Mauretanien, Niger, Tschad und Burkina Faso die Initiative um, mit dem Ziel, die Ernährungs- und Lebensgrundlagen der Bevölkerung nachhaltig zu verbessern und an klimatische Veränderungen wie Dürren anzupassen.

Die Sahel-Resilienz-Initiative verbindet dazu Maßnahmen aus unterschiedlichen Lebensbereichen. Dazu zählen zum Beispiel die Instandhaltung von landwirtschaftlichen Flächen zur Unterstützung von Kleinbäuerinnen und -bauern und der Anbau und Vertrieb nahrhafter Lebensmittel, um die Ernährungslage zu stabilisieren. Darüber hinaus werden Kantinen für Schulkinder versorgt, Jobmöglichkeiten für Jugendliche geschaffen und schwangere Frauen und stillende Mütter gesundheitlich unterstützt. Mehr als 1,5 Millionen Menschen haben bereits von der WFP-Initiative profitiert.