Pressemitteilung Deutschland und CIFOR stärken strategische Partnerschaft für Klimaschutz, Ernährungssicherung und nachhaltige Entwicklung

21. April 2026 | Mit der heutigen Unterzeichnung eines Gaststaatenabkommens unternehmen das internationale Forschungszentrum für Forstwirtschaft CIFOR (Center for International Forestry Research) und die Bundesregierung einen großen Schritt zur Vertiefung ihrer langjährigen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung, Klimaschutz und weltweite Ernährungssicherung als Grundpfeiler der globalen Stabilität und Sicherheit.

Das Abkommen wurde im indonesischen Jakarta durch den CIFOR-Generaldirektor Robert Nasi und seitens der Bundesregierung durch den deutschen Botschafter in Indonesien, Ralf Beste, unterzeichnet. Es schafft die Grundlage für die Ansiedlung eines CIFOR-Europasekretariats in Bonn.

In Zeiten wachsender geopolitischer Spannungen und Klimarisiken und zunehmender Ernährungsunsicherheit unterstreicht diese Partnerschaft den gemeinsamen Willen zur Bekämpfung der Ursachen von Instabilität. Nachhaltige Landnutzung, widerstandsfähige Ernährungssysteme und Klimaresilienz sind entscheidend für die Prävention von gewaltsamen Konflikten, die Stärkung von Existenzgrundlagen und die Verbesserung der langfristigen menschlichen Sicherheit.

Aufbauend auf der jahrzehntelangen deutschen Unterstützung für internationale Forschung und Entwicklungszusammenarbeit illustriert die Einrichtung eines CIFOR-Europasekretariats in Bonn den ungebrochenen Einsatz für wissenschaftliche Lösungen, die globales Wissen und lokale Realitäten verbinden. Deutschland ist seit Langem ein Schlüsselpartner bei der Förderung von Forschung zu Wäldern, Landschaften und Landwirtschaft im Sinne von Innovationen, die die Existenzsicherung voranbringen und zugleich die Ökosysteme bewahren.

Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „In einem immer komplexeren globalen Umfeld sind Partnerschaften, die auf Wissenschaft und Innovation fußen, ganz entscheidend für die Bekämpfung der Ursachen der Instabilität. Die deutsche Unterstützung für die Einrichtung eines CIFOR-Europasekretariats in Bonn ist Ausdruck unserer Entschlossenheit, die nachhaltige Entwicklung voranzubringen und Ernährungssicherheit, Klimaresilienz und Biodiversität durch nachhaltige Landnutzung zu bewahren. Das CIFOR-Sekretariat wird zudem Bonn als wichtigen Standort für internationale Organisationen in den Bereichen Klima, Umwelt und nachhaltige Entwicklung weiter stärken.“

CIFOR ist Teil des CGIAR (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Systems für internationale Agrarforschung. Das Zentrum ist eine führende internationale Forschungseinrichtung im Agrarbereich und ist in über 60 Ländern aktiv. Seine Arbeit umfasst ökologische, wirtschaftliche und soziale Dimensionen und ist auf die Entwicklung naturbasierter Lösungen ausgerichtet – von entwaldungsfreier Agroforstwirtschaft über die Wiederherstellung von Waldlandschaften bis hin zu nachhaltigen Ernährungssystemen, wobei Augenmerk auf Beiträge zum Klimaschutz, zum Erhalt der Biodiversität und zu verbesserten Existenzgrundlagen gelegt wird. Dieser Ansatz fußt auf langjähriger partnerschaftlicher Kooperation, auf einer starken Ausrichtung auf Wirkungen in Schwerpunktbereichen wie Ernährungssicherung und Resilienz in gefährdeten Regionen sowie auf strategischer internationaler Zusammenarbeit zur Bekämpfung globaler Herausforderungen wie Klimawandel, Biodiversitätsverlust und instabile Ernährungssysteme.

CIFOR-Generaldirektor Robert Nasi: „Im Mittelpunkt der Partnerschaft zwischen CIFOR und der Bundesrepublik steht das gemeinsame Verständnis des Wald-Landwirtschafts-Kontinuums – der eng verflochtenen Systeme, die Wälder, landwirtschaftliche Betriebe und Ernährung miteinander verbinden. Von Bäumen auf den Feldern, die die Bodenfruchtbarkeit steigern und die landwirtschaftlichen Erträge erhöhen, bis hin zu Wald-Ökosystemen, die zur Stabilisierung von Wasserkreisläufen, Bestäubung und Klimaregulierung beitragen, zeigt unsere Arbeit, dass nachhaltige Landwirtschaft und Forstwirtschaft zusammen gedacht werden müssen. Die Stärkung dieses Kontinuums ist entscheidend für den Aufbau widerstandsfähiger Ernährungssysteme, die Klimaschocks standhalten und kleinbäuerlichen Betrieben und ländlichen Gemeinschaften eine Existenzgrundlage bieten.“

Durch das künftige Europasekretariat in Bonn unterstützt CIFOR das Bestreben Deutschlands, Bonn als führenden Knotenpunkt für Nachhaltigkeit, Klima und Entwicklungszusammenarbeit zu etablieren, um den Zugang zu internationaler Forschung und den Erfahrungen aus Partnerländern zu verbessern, die Evidenzbasis für die deutschen Beiträge zu globalen Prozessen wie den UN (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Klimaverhandlungen (UNFCCC), dem Biodiversitätsrahmen (CBD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), der Arbeit des UN (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Desertifikationsabkommens (UNCCD) und den Debatten im Bereich Ernährungssysteme zu stärken, und um die Verbindungen zwischen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit und internationalen Forschungsnetzwerken zu vertiefen. Aufbauend auf der langjährigen Kooperation zwischen Deutschland und CIFOR wird das Bonner Büro auch dazu beitragen, deutsche Initiativen zu Klima, Biodiversität und nachhaltigen Ernährungssystemen voranzubringen. Es dient dabei als wichtige Schnittstelle zwischen der globalen Wissenschaft, der Politik und der Umsetzung vor Ort in Afrika, Asien und Lateinamerika.

Dr. Éliane Ubalijoro, Geschäftsführerin von CIFOR-ICRAF: „Dieses Abkommen unterstreicht den gemeinsamen Einsatz für Lösungen auf wissenschaftlicher Grundlage für eine Reihe der drängendsten Herausforderungen weltweit – Klimawandel, Ernährungsunsicherheit und Schädigung von Landschaften. Durch die Stärkung unserer Partnerschaft mit Deutschland verbessern wir unsere Fähigkeit zur Verbindung von globaler Forschung mit lokalem Handeln mit dem Ziel der Förderung widerstandsfähiger Ernährungssysteme, der Wiederherstellung von Landschaften und der Verbesserung der Lebensgrundlagen an besonders betroffenen Standorten. Gemeinsam investieren wir in langfristige Lösungen, die zu Stabilität, Nachhaltigkeit und menschlichem Wohlergehen beitragen.“

Insgesamt tragen diese Maßnahmen dazu bei, die strukturellen Ursachen von Fragilität und Flucht zu bekämpfen, indem die Ernährungssicherung gestärkt, geschädigte Landschaften wiederhergestellt und nachhaltige Agrarsysteme gefördert werden. Das trägt zur Schaffung wirtschaftlicher Perspektiven und zur Stärkung der Resilienz gefährdeter Gebiete bei. Deutschland steht zu der Förderung nachhaltiger Entwicklung, der Stärkung der globalen Ernährungssicherheit und der Unterstützung von Frieden und Stabilität durch starke internationale Partnerschaften in einer immer komplexeren Welt.

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