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Routinen verändern

Innovationen eröffnen neue Wege

Pflanzung von Setzlingen auf einem Feld in in Lomé, Togo

Wo Böden austrocknen und die Bevölkerung rasant wächst, wo Brennstoff knapp wird und Schädlinge wüten, greifen alt bekannte Lösungsmuster oft nicht mehr. Mit neuen Ideen kann es gelingen, die vielfältigen und komplexen Herausforderungen zu meistern.

Innovationen können Kleinbäuerinnen oder Kleinunternehmern ermöglichen, ihre Routinen zu verändern. Das können neue Anbautechniken, professionellere Verfahren und Abläufe in der Produktion, neue Formen der Vermarktung oder Veränderungen in der Zusammenarbeit innerhalb der Wertschöpfungskette von Produzenten, weiterverarbeitenden Betrieben und Händlern sein.

Fortschritt durch Wissen

Der Zugang zu Wissen spielt dabei eine zentrale Rolle. Längst ist es nicht mehr nur der wachsende Einsatz von Dünger, Wasser und Fläche, der entscheidenden Fortschritt bringt, sondern das Wissen um deren effizienten und effektiven Einsatz. Möglichst viele Bäuerinnen und Bauern sollen von erprobten Methoden profitieren, um ihre Ernten zu steigern, die Fruchtbarkeit ihrer Böden zu fördern, ihre Nahrungsmittel vor dem Verschimmeln zu bewahren oder ihren Brennholzverbrauch zu senken.

Die Kooperation mit der öffentlichen Agrarforschung ist wichtig: Produktivitäts- und Einkommenszuwächse können dort entstehen, wo aktuelle Forschungsergebnisse zu verbesserten Sorten und Produktionsmethoden über Aus-und Weiterbildung breit vermittelt werden. Ein Beispiel: Wo dürreresistente Getreidesorten zum Einsatz kommen, sind die Ernten häufig stabiler.

Vielerorts entwickeln auch die Kleinbäuerinnen und -bauern selbst innovative Lösungen für die Herausforderungen, denen sie im Alltag begegnen. Es gilt, diese Ideen zu entdecken und zu verbreiten.


Nahrungsmittel retten, Gesundheit fördern, Verluste verhindern

Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) schätzt, dass weltweit rund ein Drittel aller Nahrungsmittel zwischen Feld und Teller verloren geht. Allein der Wert der Getreideverluste in Afrika südlich der Sahara wird auf jährlich vier Milliarden US-Dollar geschätzt. Dieses Getreide würde ausreichen, um 48 Millionen Menschen zu ernähren.

Schlechte Infrastruktur und mangelndes Wissen führen zur Vernichtung von Nahrungsmitteln: Sie verderben durch unsachgemäße Ernte und Lagerung, durch Schädlingsfraß und Schadorganismen, auf dem Weg zum Markt oder bei der Verarbeitung. Werden Lebensmittel nicht sachgemäß hergestellt, verarbeitet und gelagert, kann Schadstoffbelastung die Folge sein.


Beispiel: Aflatoxin vermeiden

Ein Beispiel ist Aflatoxin. Das Gift des Schimmelpilzes Aspergillus flavus, der besonders Mais und Erdnüsse, aber auch anderes Getreide, Ölsaaten und Gewürze befällt, ist hochgiftig. Es verursacht Leberkrebs, verringert die Nährstoffaufnahme, schwächt das Immunsystem. Bei Kindern führt es zu Entwicklungs- und Wachstumsstörungen. Vier von fünf Menschen in Entwicklungsländern, so wird geschätzt, nehmen mit ihrer Nahrung Aflatoxine zu sich, ohne es zu wissen.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Nahrungsmittel vor Befall und Zerstörung zu retten. So können Feldfrüchte vor schädlichen Organismen geschützt werden, indem man die Böden impft. Hierzu hat die internationale Agrarforschung (CGIAR) mit deutscher Unterstützung verschiedene Produkte entwickelt. Mit verbesserten Techniken bei Ernte und Transport wird verhindert, dass das Erntegut mechanisch beschädigt wird.

Beim Weiterverarbeiten und Verpacken kann die Haltbarkeit erhöht werden. Wenn Lebensmittel vor dem Lagern gut getrocknet werden, beugt das Krankheitsbefall vor. Und schließlich sind bessere Lagermethoden wichtig, damit die Ernte sicher ist und mit ihr auch das Einkommen von Kleinbäuerinnen und -bauern.

Die Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" fördert deshalb Projekte, die Methoden zur besseren Nacherntesicherung entwickeln und verbreiten. Ein Beispiel ist ein Projekt des Grünen Innovationszentrums in Sambia zum Schutz der Erdnuss vor Aflatoxin.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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