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Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Grünes Innovationszentrum Äthiopien

Kleinbauer in Äthiopien beim Dreschen seines Weizens

Immer wieder erscheint Äthiopien wegen Hungersnöten in den Schlagzeilen; auch aktuell ist fast ein Drittel der äthiopischen Bevölkerung unterernährt. Dabei müsste niemand hungern: Die natürlichen Voraussetzungen, um ausreichend Nahrung für alle anzubauen, sind in Äthiopien vorhanden. Es gibt viele Ackerflächen, die sich für eine leistungsfähige Produktion eignen. Doch krankheitsanfälliges Saatgut, das Bearbeiten der Flächen mit einfachsten Geräten und die Getreideernte per Hand sorgen dafür, dass die Bäuerinnen und Bauern am Ende nur einen Bruchteil der eigentlich möglichen Ernte einfahren können. Beim Anbau von Weizen und Ackerbohnen soll sich das nun ändern.

Was ist innovativ?

Moderne Technik für höhere Erträge: Wird das Feld mit dem Ochsenpflug bearbeitet, sprießt das Unkraut in kürzester Zeit wieder hervor, weil der Boden nicht gewendet wird. Das Unkraut aber raubt den Kulturpflanzen Licht, Wasser und Nährstoffe. Moderne Scharpflüge dagegen wenden den Boden und graben das ungeliebte Kraut unter. So kann zum Beispiel Weizen besser wachsen.

Sich mit eigenen Augen überzeugen: 500 kleinbäuerliche Modellbetriebe arbeiten auf der einen Hälfte ihres Ackers nach traditionellen Methoden. Auf der anderen Hälfte nutzen sie eine von 14 Innovationen – von hochwertigem Saatgut über moderne Landmaschinen bis hin zur verbesserten Lagerung der Ernteprodukte. Mit eigenen Augen können sie sich auf den Demonstrationsflächen davon überzeugen, dass sich ihre Erträge steigern lassen.

Beratung in Theorie und Praxis: Die landwirtschaftlichen Berater in Äthiopien haben zwar studiertes theoretisches Wissen, aber wenig Praxiserfahrung. Eine praxisnahe zusätzliche Ausbildung soll ihre Motivation steigern, sich stärker mit den Bedürfnissen der Bauern auseinanderzusetzen, um sie individuell und mit Erfolg beraten zu können.


Unsere Ziele

  • 30 Prozent Einkommenssteigerung und Produktivitätszuwachs bei 70.000 Kleinbauern
  • 2.000 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 70.000 Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Viele Landwirte mieten bisher keine modernen landwirtschaftlichen Geräte. Auf den Feldern der 500 Modellbetriebe können sich die Landwirte nun davon überzeugen, dass sich der Einsatz von Landmaschinen lohnt. Die Nachfrage nach Pflügen, Erntemaschinen oder Mähdreschern steigt und damit auch das Angebot an Unternehmen, die diese Maschinen vermieten – auch in abgelegenen Gebieten. Das Resultat: bessere Ernten, mehr Arbeitsplätze, mehr Einkommen.

Bisher kaufen rund 90 Prozent der Landwirte kein zertifiziertes Saatgut, sondern verwenden einen Teil ihrer letzten Ernte für die nächste Aussaat. Dieses traditionelle Vorgehen hat den Nachteil, dass auch minderwertiges Saatgut immer wieder vermehrt wird. Dadurch bleiben die Erträge hinter den Möglichkeiten zurück und es besteht auch das Risiko, dass sich bestimmte Pflanzenkrankheiten leichter ausbreiten. Gemeinsam mit dem staatlichen Institut für Saatgutzucht und -vermehrung (Kulumsa Agricultural Research Center) arbeitet das Grüne Innovationszentrum an besserer Saatgutproduktion und -verarbeitung. Partner wie bäuerliche Genossenschaften und die lokalen "Farmer Service Centers" trainieren die Bauern in guter landwirtschaftlicher Praxis und unterstützen deren Zugang zu verbessertem Saatgut sowie Pflanzenschutz- und Düngemitteln.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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