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Sonderinitiative EINEWELT ohne Hunger

Nachhaltige Fischerei und nachhaltige Aquakultur fördern

Fischerboote am Strand von Nouakchott, Mauretanien

Für Milliarden Menschen ist Fisch eine wichtige Eiweißquelle – gerade in vielen Ländern mit großer Armut. In Entwicklungsländern trägt Fisch zur Lebensgrundlage von 500 Millionen Menschen bei. Mit der Sonderinitiative "EINEWELT ohne Hunger" trägt das BMZ dazu bei, Fisch für ernährungsgefährdete Menschen weltweit besser verfügbar zu machen. Insbesondere die Bevölkerung in Regionen mit Fischvorkommen soll gesundheitlich und finanziell besser von nachhaltiger Fischerei profitieren. Nachhaltig wirtschaftende Kleinfischer und Aquakulturbauern werden gezielt gestärkt.

Das BMZ unterstützt Bemühungen zum nachhaltigen Management von Kleinfischerei, zur Zertifizierung von Fischereiprodukten und zur Bekämpfung von illegaler, nicht gemeldeter und nicht regulierter Fischerei (IUU) international und in verschiedenen Partnerländern. Die Freiwilligen Leitlinien der FAO für nachhaltige Kleinfischerei (VGSSF) und der Verhaltenskodex der FAO für verantwortungsvolle Fischerei (CCRF) gelten bei allen Projekten als Richtlinien.

Konkrete Erfolge: Fischereiüberwachung vor der afrikanischen Küste

In Mauretanien liefert die Fischwirtschaft nicht nur Nahrung für die Bevölkerung Westafrikas, sondern ist einer der größten Arbeitgeber und Devisenbringer. Das Auftriebsgebiet von nährstoffreichem Tiefseewasser vor der mauretanischen Küste zählt zu den fischreichsten Meeresarealen der Welt. Doch durch die steigende Zahl an einheimischen und vor allem ausländischen Fangflotten drohte die Überfischung des Gebiets. Das schädigte nicht nur die mauretanische Wirtschaft – auch das Ökosystem, die Fischbestände und die Nahrungsmittelversorgung der Nachbarländer waren gefährdet.

Um die Fischbestände zu erhalten, hat Mauretanien mit deutscher Unterstützung Pläne zu ihrer nachhaltigen Bewirtschaftung entwickelt. Sie regeln, wo, wann und wie viel gefangen werden darf. Um diese Regeln durchzusetzen, hat das Land mit deutscher Förderung inzwischen eine moderne und effiziente Fischereiüberwachung für seine 200-Seemeilen-Bewirtschaftungszone aufgebaut. Eine eigene hochseetaugliche Fregatte kontrolliert im Verbund mit kleineren Fischereischutzbooten die Gewässer, zudem wird der Schiffsverkehr mit Radar, Transpondern und Satellit überwacht. Mauretanien ist neben Südafrika das einzige afrikanische Land, das ein solches Fischereiüberwachungssystem eingerichtet hat.

Doch Technik allein reicht nicht aus. Auch das Personal wird geschult. Zudem wurde eine schlagkräftige Behörde für die Fischereiüberwachung aufgebaut, die auch Strafgelder für ertappte illegale Fischer festlegen und einziehen kann. Damit deckt sie inzwischen einen großen Teil ihrer Kosten. Dies trägt dazu bei, dass die Fischgründe vor Mauretanien auch zukünftigen Generationen Nahrung und Einkommen liefern können.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.


Lexikon der Entwicklungspolitik

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