Gesundheit Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Aids, Tuberkulose und Malaria gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Diese globalen Epidemien bis 2030 zu beenden, wurde im September 2015 als Ziel 3.3 in die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) aufgenommen.

Logo: Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM)
Logo: Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (GFATM)

Ein wichtiges Instrument, um dieses Ziel zu erreichen, ist der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria (Externer Link), kurz: The Global Fund). Seine Gründung geht auf einen Beschluss der UN-Sondergeneralversammlung zu HIV (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Aids (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) im Juni 2001 in New York zurück.

Der Fonds legt keine eigenen Programme auf, sondern finanziert nationale Maßnahmen gegen die drei Krankheiten. Er stärkt somit die Eigenverantwortung der Regierungen und fördert die Mitwirkung der Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und der privaten Wirtschaft.

Seit seiner Gründung hat der Globale Fonds weltweit rund 74 Milliarden US-Dollar für Programme zur Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria sowie zur Stärkung von Gesundheitssystemen ausgezahlt (Stand: August 2026). Darüber hinaus wurden seit April 2020 über den Fonds zusätzlich 5,3 Milliarden US-Dollar für Maßnahmen zur Bewältigung der Covid-19-Pandemie und ihrer Folgen genehmigt.

2025 fand die achte Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds statt. Dabei sagten die Geber 12,68 Milliarden US-Dollar (Stand: Juni 2026) für den Zeitraum 2026 bis 2028 für die erfolgreiche Bekämpfung von HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria zu.

Infektionskrankheiten

Labor zur Untersuchung von hochinfektiösen Proben zur Diagnostik von verschiedenen Tropenkrankheiten an der Universität von Accra in Ghana

Nach Angaben des Globalen Fonds konnten zwischen 2002 und 2024 erhebliche Erfolge verzeichnet werden: Demnach retteten die vom Fonds geförderten Programme zusammen mit Partnerorganisationen rund 70 Millionen Menschen das Leben. In den Ländern, in denen der Globale Fonds investierte, ist die kombinierte Sterblichkeitsrate durch Aids, Tuberkulose oder Malaria seit 2002 um 63 Prozent gesunken.

Laut Ergebnisbericht 2025 (Externer Link) hatten in diesen Ländern im Jahr 2024 rund 25,6 Millionen Menschen mit HIV Zugang zu Medikamenten, die die Virusvermehrung hemmen. Der Anteil der HIV-Infizierten, die von einer solchen antiretroviralen Therapie profitieren, stieg von 22 Prozent (2010) auf 79 Prozent (2024).

7,4 Millionen an Tuberkulose Erkrankte wurden 2024 mit Unterstützung des Globalen Fonds behandelt. Um Malaria vorzubeugen, wurden im gleichen Jahr rund 162 Millionen Moskitonetze verteilt. Zwischen 2002 und 2023 ist die Zahl der Todesfälle durch Malaria um 29 Prozent gesunken.

Den erzielten Erfolgen stehen erhebliche globale Herausforderungen bei der Bekämpfung der drei Krankheiten gegenüber. Zu diesen zählen unter anderem der Klimawandel, Krisen und Konflikte, die Ausbreitung von Resistenzen sowie die schwierige wirtschaftliche Lage und hohe Verschuldung in vielen Partnerländern. Zusätzlich verschärft der Rückzug internationaler Geldgeber die Finanzierungslücke im globalen Gesundheitsbereich und erhöht den Druck auf nachhaltige, national getragene Finanzierungswege.

Deutscher Beitrag

Seit der Gründung des Globalen Fonds 2002 hat Deutschland (Externer Link) rund 5,1 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt (Stand: November 2024). Deutschland ist damit derzeit der viertgrößte staatliche Geber des Fonds. Die Bundesrepublik ist seit September 2012 mit einem eigenen Sitz im Verwaltungsrat des Fonds vertreten. Außerdem setzt sich Deutschland im Strategiekomitee für einen effizienten, handlungsfähigen Globalen Fonds ein.

Inhaltliche Schwerpunkte des deutschen Engagements sind unter anderem der Aufbau widerstandsfähiger Gesundheitssysteme, die Einbindung von Zivilgesellschaft und Betroffenengruppen sowie die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und Menschenrechten. Besonders setzt sich Deutschland dafür ein, dass die Investitionen des Globalen Fonds nachhaltig gestaltet werden, um langfristige Wirksamkeit zu erzielen. Deshalb unterstützt die Bundesrepublik unter anderem die regionale Produktion und Beschaffung von Gesundheitsprodukten und legt einen starken Fokus auf Prävention. Auch strebt Deutschland an, Synergien mit anderen Organisationen wie der Impfallianz Gavi (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu schaffen.

Stand: 30.05.2025