Zusammenarbeit mit Indien Grüne Stromtrasse

Indiens schnell wachsende Wirtschaft braucht mehr Energie. Um diese von neuen Kraftwerken zu den Verbrauchern zu bringen, entstehen dort landesweit grüne Stromtrassen („Green Energy Corridors“).

Indien ist seit Jahren auf einem dynamischen Wachstumskurs. Diese Entwicklung hat viele Menschen aus der Armut geholt, belastet jedoch das Klima, weil dadurch die Nachfrage nach Strom wächst. Das Land gewinnt bisher noch immer einen erheblichen Teil seiner elektrischen Energie durch klimaschädliche Kohle.

Soll Indiens Wachstum nicht mit einem höheren Ausstoß an klimaschädlichen Treibhausgasen einhergehen, muss das Land den Anteil an Kohle zugunsten von erneuerbaren Energien vermindern. Bis 2070 möchte das Land klimaneutral sein, bis 2030 die Hälfte seiner installierten Stromerzeugungskapazität aus nicht-fossilen Energieträgern gewinnen. Letzteres wurde bereits 2025 erreicht. Gleichzeitig sinkt der Kohleanteil.

Damit das so weitergehen kann, braucht es neben mehr Kraftwerken für erneuerbare Energien auch größere und bessere Stromnetze. Denn oftmals liegen die Regionen, die sich für Solar- und Windenergie eignen, weit von den wirtschaftlichen Zentren entfernt. Deshalb braucht es Übertragungsleitungen mit hoher Kapazität und ein stärkeres Verteilnetz.

Übertragungsleitungen bringen nachhaltig erzeugten Strom dorthin in Indien, wo er am dringendsten gebraucht wird.
Übertragungsleitungen bringen nachhaltig erzeugten Strom dorthin in Indien, wo er am dringendsten gebraucht wird. 

Dafür hat Indien schon vor einigen Jahren begonnen, grüne Stromtrassen zu errichten. Daran beteiligt sich auch Deutschland, über die KfW Entwicklungsbank. Diese unterstützt den Ausbau mit zinsgünstigen Darlehen. Inzwischen wurden bereits Tausende Kilometer neuer Leitungen gebaut, um große Solar- und Windparks an das nationale Stromnetz anzuschließen. Auch wird zunehmend moderne Netztechnolgie eingebaut, um Schwankungen bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen besser ausgleichen zu können.

Solche Stromtrassen bringen Herausforderungen mit sich. So ist die kürzeste Strecke zwar in der Regel die wirtschaftlichste, aber die deutsche Entwicklungszusammenarbeit und ihre Partner wollen die Folgen für Mensch und Natur so gering wie möglich halten. Deshalb wurden Studien zu möglichen negativen Auswirkungen erstellt, um den schonendsten Trassenverlauf zu bestimmen.

Das Projekt vereint gleich mehrere Ziele: Es beschleunigt Indiens Energiewende, trägt zum Klimaschutz bei, kurbelt die Wirtschaft an und schafft Arbeitsplätze.