Zusammenarbeit mit Ägypten Windenergie aus der Wüste

Das ägyptische Hurghada ist in erster Linie als Urlaubsdestination bekannt. Vor allem bei Wind- und Kitesurfern ist die Stadt am Roten Meer beliebt. Der Wind gilt als sehr verlässlich. Das schafft nicht nur optimale Bedingungen für den Sport, sondern – macht die Gegend um Hurghada auch zu einem perfekten Standort für Windkraftwerke.

Vier der insgesamt 70 Windkraftanlagen des Windparks „Golf von Suez“
Vier der insgesamt 70 Windkraftanlagen des Windparks „Golf von Suez“

Im Jahr 2024 wurde in einer Wüste 20 Kilometer von der Küste entfernt der Windpark „Golf von Suez“ eingeweiht. Seither drehen die 70 Windkraftanlagen beständig ihre Rotoren. Jede einzelne hat eine Leistung von 3,6 MW. Zusammen erzeugen sie 1.200 GWh grünen Strom pro Jahr und versorgen rund 400.000 Haushalte in der Gegend mit nachhaltig produzierter Elektrizität. Gleichzeitig werden durch die Anlagen rund 500.000 Tonnen an CO2-Emissionen jährlich eingespart – ein wirksamer Beitrag zum Klimaschutz.

Der Windpark entstand mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, die bei der Finanzierungskoordination eine Führungsrolle einnahm. Neben Deutschland stellten auch die Europäische Union, die European Investment Bank (EIB) und die französische Agence Française de Développement (AFD) Mittel zur Verfügung.

Mit ihrem Engagement unterstützt die Bundesregierung den Plan Ägyptens, seinen Anteil an erneuerbaren Energien im Strommix bis 2030 auf 42 Prozent auszubauen. Bis dahin ist allerdings noch einiges zu tun. Derzeit deckt das Land weniger als ein Fünftel seines Strombedarfs aus sauberen Quellen. Aber die Bedingungen für Wind- und auch Solarkraft sind in Ägypten besonders gut. Bei beidem liegt Ägypten meist über den globalen Durchschnittswerten.

Projekte wie der Windpark „Golf von Suez“ sind wichtig für die Entwicklungsperspektive des Landes insgesamt, für den Klimaschutz und bieten Chancen für oftmals strukturschwache Regionen. In diesem Fall profitierten Menschen vor Ort durch neue Arbeitsplätze: Allein beim Bau der Anlage kamen bis zu 70 Prozent der Arbeiterinnen und Arbeiter aus nahegelegenen Kommunen.