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2015

Newsletter 01 | 2015


Frau und Kind auf Sansibar. Urheberrecht: Gavi/Sala Lewis

Sonderausgabe zur Geberkonferenz der globalen Impfallianz



Liebe Leserin, lieber Leser,

Deutschland ist in das Jahr seiner G7-Präsidentschaft mit einem großen Erfolg gestartet: Bei der Geberkonferenz für die globale Impfallianz Gavi am 27. Januar in Berlin wurden Zusagen in Höhe von insgesamt 7,539 Milliarden US-Dollar gemacht. Das Thema Gesundheit ist ein Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft, die Geberkonferenz ein erster wichtiger Meilenstein.

"Wir hatten uns als Weltgemeinschaft vorgenommen, die Kindersterblichkeit bis zu diesem Jahr um zwei Drittel zu senken. Geschafft haben wir gerade mal die Halbierung. Es ist ein Skandal, dass Jahr für Jahr immer noch 6,3 Millionen Kinder sterben – die Hälfte davon an Krankheiten, die leicht behandelbar oder sogar vermeidbar wären. Wir sind es den Kindern dieser Welt schuldig, hier kräftig nachzuarbeiten. Impfprogramme sind auf diesem Weg nicht das einzige, aber eines der wirksamsten Instrumente", erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im Vorfeld der Konferenz.

Etwa 200 internationale Gäste – Vertreter von Regierungen, Stiftungen, Unternehmen und aus der Zivilgesellschaft – kamen am 27. Januar nach Berlin, um ihre Zusagen zur Unterstützung der Impfallianz Gavi bekannt zu geben.

Am Vorabend der Konferenz lud das Bundesentwicklungsministerium unter der Überschrift "Gemeinsam für eine gesunde Zukunft – auf starke Gesundheitssysteme kommt es an!" zu einer Diskussionsrunde ein. Neben Entwicklungsminister Gerd Müller und Gesundheitsminister Hermann Gröhe berieten nationale und internationale Gäste darüber, wie auch in den ärmsten Ländern eine medizinische Basisversorgung sichergestellt werden kann.

Alle Teilnehmer betonten, dass die Impfallianz Gavi in den vergangenen Jahren bereits große Erfolge erreicht hat. Trotzdem sei der Weg noch weit, bis weltweit jedes Kind den notwendigen Basisimpfschutz habe. Momentan fehlt er jedem fünften Kind.

Ausführliche Informationen über die Geberkonferenz, die Arbeit von Gavi und das Engagement des BMZ für Gesundheit finden Sie in diesem Newsletter.

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BMZ-Internetredaktion


 
Impfprogramme sind eine der wirksamsten und kostengünstigsten Investitionen, die wir zur Verbesserung der Gesundheit von Kindern in den ärmsten Ländern der Welt tätigen können.

Gerd Müller


Erwartungen übertroffen

Gruppenaufnahmen bei der Gavi-Konferenz in Berlin

7,539 Milliarden US-Dollar zur Unterstützung der Impfallianz Gavi

Die globale Impfallianz Gavi hat ihr Ziel erreicht und sogar übertroffen: Auf der vom BMZ mitveranstalteten Geberkonferenz am 27. Januar in Berlin haben Regierungen, Stiftungen und Unternehmen insgesamt 7,539 Milliarden US-Dollar zugesagt. Das Geld soll eingesetzt werden, um bis 2020 weitere 300 Millionen Kinder in Entwicklungsländern zu impfen. Dafür werden mindestens 7,5 Milliarden US-Dollar benötigt. Ziel der Konferenz war es, diese Summe zu mobilisieren.

Es hätte keinen besseren Start in die deutsche G7-Präsidentschaft geben können, freute sich Bundesentwicklungsminister Gerd Müller über das gute Ergebnis. "Allein Deutschland erhöht seine Unterstützung für die Wiederauffüllungsperiode von 2016 bis 2020 auf 600 Millionen Euro. Wir wollen damit auch die Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes und grundlegende Gesundheitsstrukturen in den betroffenen Ländern unterstützen. Im Jahr 2030 soll kein Kind auf der Welt mehr an vermeidbaren Krankheiten sterben", so Müller.

Bundeskanzlerin Angela Merkel, Schirmherrin der Konferenz, kündigte außerdem eine Initiative zur Verbesserung des Krisenmanagements im Gesundheitsbereich an. Dazu solle ein schnell einsetzbares Team aus medizinischem Personal, so genannte Weißhelme, gehören.

Größter Geber der Impfallianz im Zeitraum 2016 bis 2020 ist mit 2,343 Milliarden US-Dollar Großbritannien, gefolgt von der Bill & Melinda Gates-Stiftung (1,553 Milliarden) und Norwegen (1,016 Milliarden). Die USA stellen 800 Millionen US-Dollar zur Verfügung, Frankreich 524, Italien 437, Kanada 451 und die Europäische Kommission 240 Millionen US-Dollar.

Die Impfallianz Gavi finanziert ihre Programme in derzeit 73 Partnerländern sowohl über staatliche Geber als auch durch Gelder von Stiftungen, Unternehmen und privaten Spendern. Die Partnerländer müssen sich an den Kosten beteiligen und erhalten gleichzeitig Unterstützung beim Ausbau ihrer Gesundheitssysteme. Als einer der größten Abnehmer von Impfstoffen weltweit handelt die Impfallianz mit den Pharmaherstellern günstige Preise aus und kann so die Kosten für Impfstoffe kontinuierlich senken. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 hat Gavi dazu beigetragen, dass 500 Millionen Kinder geimpft werden konnten.

Die Geberkonferenz war die erste internationale Konferenz im Rahmen der deutschen G7-Präsidentschaft. Sie fand auf Einladung der Bundesregierung statt.



Hintergrund

Ein Mädchen in Pakistan wird gegen Masern geimpft. Urheberrecht: Muzammil Pasha/UNICEF

Wofür braucht Gavi zusätzliches Geld?

Gavis Ziel ist es, das Leben von Kindern zu schützen und die Gesundheit der Menschen insgesamt zu verbessern – durch einen besseren Zugang zu Impfungen in Entwicklungsländern. Gavi hat bereits viel erreicht; trotzdem fehlt noch immer jedem fünften Kind auf der Welt der Basisimpfschutz. Die Impfallianz benötigt darum 7,5 Milliarden US-Dollar, um im Zeitraum von 2016 bis 2020 die Nachfrage der von Gavi unterstützten Länder nach Impfprogrammen decken zu können. Das Geld soll eingesetzt werden, um weitere 300 Millionen Menschen zu impfen.


Gesundheitszentren in Tansania bieten einen Außendienst an, um Kinder, deren Eltern nicht die Möglichkeit haben, sie zur nächsten Klinik zu bringen, mit Fünffach-Impfstoff zu impfen. Gavi/Doune Porter

Wie arbeitet Gavi?

Gavi finanziert Impfprogramme und fördert außerdem die Stärkung von Gesundheitssystemen in Entwicklungsländern, um sicherzustellen, dass die Impfstoffe auch bei den Menschen ankommen. Die Geberländer sichern Gavi langfristige Finanzierungen zu und sorgen dadurch für die notwendige Planungssicherheit – sowohl für die Entwicklungsländer zur Finanzierung ihrer Impfprogramme als auch für die Impfstoffhersteller zur Planung der künftigen Impfstoffproduktion.

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Neugeborene auf einer Baby-Station in Prizren, Kosovo. Urheberrecht: Phototek.net

Wie trägt Gavi zur Erfüllung der MDGs bei?

Als Gastgeber der Gavi-Wiederauffüllungskonferenz hat die deutsche Bundesregierung gezeigt: Wichtige Millenniumsentwicklungsziele wie die Senkung der Mütter- und Kindersterblichkeit werden mit Nachdruck weiter verfolgt. Die Bundesregierung setzt sich zudem dafür ein, dass im Rahmen der neuen "Post-2015-Agenda" globale Partnerschaften eine wichtige Rolle spielen: Gavi ist ein gutes Beispiel dafür, wie effektiv solche Partnerschaften sein können.

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Gavi Ebola 5

Was macht Gavi im Kampf gegen Ebola?

Gavi kann die Beschaffung von Impfstoffen für die von Ebola betroffenen Länder finanzieren, sobald es einen sicheren, wirksamen und von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Impfstoff zum Schutz vor Ebola-Erkrankungen gibt. Dafür hat der Gavi-Vorstand im Dezember 2014 bis zu 300 Millionen US-Dollar bereitgestellt. Mit dem Impfstoff sollen vor allem Risikogruppen in den betroffenen Ländern geschützt werden. Darüber hinaus ist geplant, Impfstoffvorräte anzulegen, damit im Fall künftiger Ausbrüche schneller gehandelt werden kann.

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Gavi deutscher Beitrag

Wie unterstützt Deutschland Gavi?

Deutschland setzt sich für die Steigerung von Impfraten und die Stärkung von Gesundheitssystemen ein und unterstützt Gavi daher seit dem Jahr 2006. Die Bundesregierung hat ihre jährlichen Zusagen für Gavi in den vergangenen Jahren kontinuierlich erhöht: 2012 und 2013 wurden jeweils 30 Millionen Euro zugesagt; im Bundeshaushalt 2014 wurden insgesamt 38 Millionen Euro bereitgestellt. Bei der Wiederauffüllungskonferenz im Januar 2015 hat die Bundesregierung zugesagt, bis zum Jahr 2020 bis zu 600 Millionen Euro für Gavi zur Verfügung zu stellen.

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Jedes Kind erreichen

Beispiele aus Tansania

Eine Investition in die Gesundheit von Kindern ist eine Investition in die Zukunft einer Gesellschaft. In Tansania hat man das erkannt und setzt es auch um. Mit Erfolg: Das ostafrikanische Land hat das 4. Millenniumsentwicklungsziel – Senkung der Kindersterblichkeit um zwei Drittel bis 2015 – bereits vor Fristablauf erreicht. Um dies zu schaffen, hat Tansania die medizinische Grundversorgung deutlich verbessert. Hierzu gehört auch die Versorgung mit Impfungen, die Kinder vor lebensbedrohlichen Krankheiten wie Lungenentzündung oder Durchfall schützen.

Impressionen vom Engagement der Impfallianz Gavi in Tansania finden Sie hier.



Lexikon der Entwicklungspolitik

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