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2015

Newsletter 03 | 24. April 2015



Entwicklungspolitik aktuell
Nachrichten aus dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung



Liebe Leserin, lieber Leser,

die Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer und die Ebola-Epidemie in Westafrika haben uns alle in den vergangenen Monaten berührt und beschäftigt.

Tausende Menschenleben hängen davon ab, dass wir nicht tatenlos zusehen sondern uns den Herausforderungen stellen, die durch diese humanitären Katastrophen entstanden sind. Dieser Newsletter informiert Sie darüber, welche Ansätze das BMZ dabei verfolgt und was wir konkret tun.

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BMZ-Internetredaktion


Flüchtlingskrise

Ein Boot mit Flüchtlingen aus Afrika, das auf der italienischen Insel Lampedusa eintrifft

"Am Geld darf die Rettung nicht scheitern"

Bei grauenhaften Schiffsunglücken im Mittelmeer sind in der vergangenen Woche vermutlich deutlich mehr als tausend Menschen ums Leben gekommen. In einem Gastbeitrag für die Berliner Zeitung "B.Z." schreibt Bundesentwicklungsminister Müller dazu:

"Es ist traurig, aber wahr. Diese entsetzliche Katastrophe hätte verhindert werden können. Wir machen uns mitschuldig, wenn das Mittelmeer jetzt zum größten Friedhof Europas wird. Wir brauchen eine sofortige Wiederaufnahme der Rettungsaktion ‚Mare Nostrum‘ durch die Europäische Union. Am Geld darf dies nicht scheitern. Wenn nötig, können wir eine Vorfinanzierung leisten. Notwendig ist darüber hinaus, dass wir Länder wie Italien, Griechenland und Malta, an deren Küsten die Flüchtlinge stranden, unterstützen. Die europäische Flüchtlingspolitik muss Top-Priorität in Brüssel werden."

Als Reaktion auf die Flüchtlingskrise hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) schon Anfang 2014 seine Entwicklungszusammenarbeit neu ausgerichtet und die Sonderinitiative "Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren" gegründet. Mit ihr hilft das BMZ, die negativen Auswirkungen von Flüchtlingsbewegungen abzumildern. Langfristiges Ziel ist dazu beizutragen, dass Konflikte gar nicht erst eskalieren und Menschen zur Flucht zwingen. Die Sonderinitiative hat rund 330 Millionen Euro zur Verfügung, die von ihr finanzierten Projekte haben eine Laufzeit von bis zu fünf Jahren.


Standbild aus dem Video über die Reise von Bundesminister Müller in den Libanon und die Türkei

Video: Reise in den Libanon und die Türkei

Angesichts der dramatischen Lage in und um Syrien reiste Entwicklungsminister Müller vom 18. bis 20. März in den Libanon und an die türkisch-syrische Grenze. Vor Ort machte er sich ein Bild von der Situation der Flüchtlinge. Stationen des Besuchs waren Beirut, die Bekaa-Ebene und Gaziantep

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Flüchtlinge aus Syrien im Flüchtlingslager des UNHCR in der Bekaa-Ebene im Libanon

155 Millionen für syrische Flüchtlingskrise

Das Entwicklungsministerium hat bei der Geberkonferenz für Syrien in Kuwait Hilfen in Höhe von insgesamt 155 Millionen Euro zugesagt. Zusammen mit den Zusagen des Auswärtigen Amtes stellte die Bundesregierung in Kuwait damit insgesamt 255 Millionen Euro zur Verfügung.

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Fotodokumentationen

Collage: Bilder aus den Fotodokumentationen

Einblicke in unsere Arbeit vor Ort

Unsere Fotodokumentationen ermöglichen Ihnen Einblicke in unsere konkrete Arbeit, zum Beispiel in Liberia, Tansania, Mosambik, Äthiopien oder Benin. Sie erzählen Geschichten von persönlichen Begegnungen mit den Menschen in unseren Partnerländern und von den Herausforderungen und Erfolgen einzelner Projekte und Programme.


Unser Engagement in der Ebola-Epidemie

Gesundheitshelfer in einem Ebola-Behandlungs- und Isolierungszentrum in Sierra Leone legen Schutzkleidung an.

Die Gefahr ist noch nicht gebannt

Vor gut einem Jahr begann in Westafrika eine Ebolafieber-Epidemie, die bis heute andauert. Betroffen sind vor allem die Länder Guinea, Sierra Leone und Liberia.

Seit Anfang dieses Jahres zeichnet sich ab, dass die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Dennoch erkranken noch immer täglich Menschen neu an Ebola. Dadurch besteht nach wie vor die Gefahr, dass sich die Epidemie wieder neu aufflammt.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung engagiert sich auf vielfältige Weise dafür, die Ebola-Epidemie zu stoppen, funktionierende Gesundheitssysteme aufzubauen und den Menschen in den betroffenen Ländern neue Entwicklungsperspektiven zu eröffnen.


Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf im Gespräch mit Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe

Deutschland steht Westafrika zur Seite

Ein Gespräch bei der liberianischen Staatspräsidentin Ellen Johnson Sirleaf stand am Ende einer viertägigen Reise von Entwicklungsminister Müller und Gesundheitsminister Gröhe nach Westafrika. Dabei versicherten die beiden Minister den von Ebola betroffenen Staaten, sie beim Wiederaufbau nach der Krise zu unterstützen.

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Standbild aus dem Video: Ministerreise ins Ebola-Gebiet in Westafrika

Video: Reise ins Ebola-Gebiet

Mehr als 10.000 Menschen sind in den vergangenen Monaten durch Ebola ums Leben gekommen. In Liberia scheint die Epidemie nun eingedämmt zu sein – die Helfer hoffen, dass ihr Einsatz bald zu Ende gehen kann. Entsprechend erleichtert haben sie die deutschen Minister in einem Notfallzentrum in Monrovia begrüßt.

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Blutproben werden in einem Labor mit Hilfe einer Zentrifuge für Untersuchungen vorbereitet.

Das deutsche Engagement in Zahlen

Für Maßnahmen gegen die Ebola-Epidemie hat die Bundesregierung bisher 195 Millionen Euro bereitgestellt. Der Anteil des BMZ daran liegt zurzeit bei rund 105 Millionen Euro.

Schülerinnen beim Händewaschen in Kankan, Guinea

So helfen wir konkret

Sechs Beispiele für das deutsche Engagement gegen Ebola und die verschiedenen Wege, die wir dabei gemeinsam mit unseren Partnern gehen.

 



 
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Bildergalerie

Impressionen von der Westafrika-Reise der Bundesminister Müller und Gröhe


Kurz gemeldet

Ursula Müller, Exekutivdirektorin bei der Weltbankgruppe, Weltbankpräsident Jim Yong Kim und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Frühjahrstagung der Weltbank
Müller fordert Umdenken: "Weg vom freien, hin zu einem fairen Handel"

Bei der Frühjahrstagung der Weltbank in Washington hat Bundesentwicklungsminister Gerd Müller gefordert, dass sich die Bank bei der Kreditvergabe noch stärker für weltweit faire Arbeitsbedingungen einsetzt: "Die Weltbank als größter Entwicklungsfinanzierer hat großen Einfluss und kann das Schicksal von Millionen Menschen weltweit positiv verändern: Weg vom freien, hin zu einem fairen Handel."

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Detail von der Titelseite der OECD-Veröffentlichung: Wie schneidet Deutschland ab?

Aktuelle Zahlen
OECD stellt ODA-Schätzung 2014 vor – Deutschland mit Anstieg um 14 Prozent

Für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit (ODA) hat Deutschland im vergangenen Jahr rund 1,5 Milliarden Euro mehr bereitgestellt als 2013. Das entspricht einem Plus von 14 Prozent. Laut den von der OECD veröffentlichten vorläufigen Zahlen lagen die deutschen ODA-Leistungen 2014 bei rund 12,2 Milliarden Euro. Die Bundesrepublik bleibt damit der drittgrößte Geber, nach den USA und Großbritannien.

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Dienstsitz des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Bonn. Urheberrecht: Photothek.net

Haushalt
Höchste Steigerung und höchster Etat in der Geschichte des Entwicklungsministeriums

Das Bundeskabinett hat die Eckwerte für den BMZ-Haushalt 2016 beschlossen. Der Etat soll um 13,2 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro steigen. Damit wächst der Haushalt des BMZ im kommenden Jahr um rund 860 Millionen Euro. Auch für die Folgejahre sind mindestens je 7,5 Milliarden Euro eingeplant.

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Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Silberhorn beim Tana Forum, der afrikanischen Sicherheitskonferenz im äthiopischen Bahir Dar

Afrika-Reise
Parlamentarischer Staatssekretär Silberhorn in Kenia und Äthiopien

Ein Schwerpunktthema der Reise von Thomas Silberhorn war die Rolle von Religionen in Konflikten. Silberhorn betonte, das Morden im Namen von Religion müsse ein Ende haben: "Religion darf nicht länger für terroristische Zwecke missbraucht werden oder zur Legitimation von Gewalt dienen."

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Fit for purpose?

Cover der Broschüre: Fit for purpose? UN Development Reform in the Post-2015 Context

Die Welt hat sich verändert. Neue politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen stellen das Entwicklungssystem der Vereinten Nationen auf die Probe. Neue Akteure suchen ihre Rolle. Die Vereinten Nationen müssen sich diesen Herausforderungen stellen.

Welche Rolle soll die Organisation in Zukunft spielen?

In der Publikation "Fit for purpose? UN Development Reform in the Post-2015 Context" (​Für ihren Zweck geeignet? – Entwicklungsreformen bei den Vereinten Nationen im post-2015-Kontext) werden verschiedene Reformvorschläge vorgestellt und analysiert.

Die Publikation können Sie hier herunterladen (PDF 5 MB, englisch).




Lexikon der Entwicklungspolitik

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