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2014

Newsletter 06 | 2014


Unterricht in einer Schule in As Salt, Jordanien. Urheberrecht: Thomas Trutschel/photothek

Spezialausgabe zum Thema Bildung



Liebe Leserin, lieber Leser,

"Jeder hat das Recht auf Bildung. Die Bildung ist unentgeltlich, zum mindesten der Grundschulunterricht und die grundlegende Bildung."
(Allgemeine Erklärung der Men­schen­rech­te der Vereinten Nationen von 1948, Artikel 26)

Laut Weltbildungsbericht der Orga­ni­sa­tion der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) gibt es weltweit noch etwa 774 Millionen Jugendliche und Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können. Etwa 57 Millionen Kinder im Grundschulalter haben keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen.

Wenn wir Menschen den Zugang zu Bildung ermöglichen, sorgen wir für die Einhaltung eines elementaren Menschen­rechts. Bildung ist die Voraussetzung für eine nach­hal­tige Ent­wick­lung und ein friedliches Zusammenleben. Sie befähigt Menschen, ihre politische, soziale, kulturelle, gesellschaftliche und wirt­schaft­liche Situation zu verbessern.

Darum ist die Förderung von Bildung ein Schlüsselbereich der deutschen Ent­wick­lungs­po­li­tik. Das BMZ engagiert sich in den Partnerländern der deutschen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit für das Ziel "Bildung für alle" und folgt dabei dem Leitbild des lebenslangen Lernens: Jedem Menschen muss es vom frühen Kindesalter bis ins hohe Alter möglich sein, Wissen und Fähigkeiten zu erwerben. Mehr darüber erfahren Sie in diesem Newsletter.

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BMZ-Internetredaktion


Allgemeine Grundbildung

Unterricht in Burkina Faso. Urheberrecht: Ute Grabowsky/photothek

Sechs Jahre Grundschule reichen nicht aus

Armut und Bildungsarmut sind eng miteinander verknüpft: Mangelnde Bildung ist eine der Hauptursachen für materielle Verarmung. Und ohne Bildung wird Armut häufig von einer Generation auf die nächste übertragen. Sechs Jahre Grundschule reichen nicht aus, um sich auf ein selbstbestimmtes Leben und den Einstieg in den Arbeitsmarkt vorzubereiten. Das BMZ fördert daher die Grund- und die Sekundarbildung in einem ganzheitlichen Ansatz.


Verbesserung der Grundbildung: Beispiele aus der Praxis

Schülerinnen und Schüler einer Schule in Bangui, der Hauptstadt der Zentralafrikanischen Republik

BACKUP-Initiative Bildung
Fördergeld effizient einsetzen

Die Deutsche BACKUP-Initiative Bildung in Afrika unterstützt seit 2011 afrikanische Länder dabei, Förder­gelder bei der Globalen Partner­schaft für Bildung zu beantragen. Außerdem fördert sie Maß­nahmen, die zum erfolgreichen Einsatz be­willigter Gelder beitragen. BACKUP steht für Building Alliances, Creating Knowledge and Updating Partners (frei übersetzt: Allianzen aufbauen, Wissen schaffen, Partner auf den neuesten Stand bringen). Auf­trag­geber der Initiative ist das BMZ.

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Ein Junge macht in der Altstadt von Sanaa im Jemen seine Hausaufgaben. Urheberrecht: Ute Grabowsky/photothek

Jemen
Förderung der Grundbildung

Die jemenitische Regierung und ihre in­ter­na­ti­o­nalen Entwicklungspartner haben in den vergangenen Jahren große Anstrengungen unternommen, die Bildungssituation im Land zu verbessern. Doch das Millenniumsziel "Bildung für alle" wird im Jemen bis 2015 wahrscheinlich nicht erreicht. Zwar konnten die Einschulungsraten deutlich erhöht werden. Doch nach wie vor müssen viele Kinder Klassen wieder­holen oder brechen die Schule ab. Mit Mitteln der deutschen Ent­wick­lungs­zusam­men­ar­beit soll die Qualität der Bildung im Jemen verbessert werden.

 



Berufliche Bildung

Ausbildung von Maschinenschlossern am Mechanical Institute in Kabul, Afghanistan

Qualifizierte Fachkräfte für nachhaltige Entwicklung

Berufliche Bildung umfasst die berufliche Erstausbildung und die berufliche Weiterbildung. Sie ist die Basis für eine tragfähige wirt­schaft­liche Ent­wick­lung. Doch sie ist noch mehr: Berufliche Aus- und Weiterbildung ist auch ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Ent­wick­lung von Menschen. Mit der Sicherung des Lebensunterhalts und dem Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten schafft berufliche Bildung die Grundlage für eine selbst­be­wusste Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.


Hochschulbildung

Professor und Studenten der Pharmakologie in einem Labor an der Al-Azhar-Universität in Gaza-Stadt

Führungskräfte für morgen

Hochschulbildung ist kein eigenständiges Millenniumsentwicklungsziel (MDG). Doch sie wirkt als Hebel für alle in­ter­national vereinbarten Ziel­setzungen. Einige Beispiele: Die Lehrerausbildung an Hochschulen ist eine Voraussetzung, um das MDG 2 (Grundbildung für alle) zu erreichen. Hochschulbildung für Frauen stärkt deren gesellschaftliche Position. Dadurch bessert sich auch ihre gesundheitliche Situation (MDG 4) und die Sterblichkeitsrate bei Kindern sinkt (MDG 5). Medizinische und naturwissenschaftliche Forschung trägt zur Er­reichung der Ziele 6 (Eindämmung von HIV und Aids) und 7 (Um­welt­schutz) bei. Und auch die mit Ziel 8 angestrebte weltweite Entwicklungspartnerschaft kann nur gelingen, wenn auch in den armen Ländern gut ausgebildete Fachleute die politischen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprozesse selbst­ständig gestalten können.


 
In­vesti­tionen in Hoch­schul­bil­dung und Wissen­schaft sorgen dafür, dass junge Men­schen die Zukunft in ihrer Hei­mat mit­ge­stal­ten.

Gerd Müller


Förderung der Hochschulbildung: Beispiele aus der Praxis

Forscher in einem Windenergie-Labor in Äthiopien

Äthiopien
Kapazität der Hochschulen steigern

In Äthiopien kann ein großer Teil der über 15-Jährigen nicht lesen und schreiben. Die äthi­o­pische Regierung hat sich daher ehrgeizige Ent­wick­lungs­ziele gesetzt und investiert jährlich 14 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in den Bil­dungs­sek­tor. Deutschland unter­stützt Äthiopien unter anderem dabei, die Hoch­schul­lehre und Be­rufs­aus­bil­dung so zu ge­stalten, dass sie der Nach­frage der wachsenden Wirt­schaft gerecht wird.

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Studium der Elektrotechnik in Mosambik: Professor vor einer Tafel mit technischen Erläuterungen

Afrikanische Union
Aufbau einer Panafrikanischen Universität

Die Afrikanische Union hat 2008 damit begonnen, eine Panafrikanische Universität (PAU) aufzubauen, um das Niveau von Hochschulbildung, Wissenschaft und Tech­no­lo­gie in Afrika zu verbessern. Offiziell ins Leben gerufen wurde die Einrichtung im Dezember 2011. Die PAU soll an bereits bestehenden Hoch­schulen eingerichtet werden. Internationale Partner sollen die Patenschaft für einzelne Standorte über­nehmen. Auch Deutschland unter­stützt die ​PAU.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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