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Start des UN-Jahrs gegen Kinderarbeit: Minister Müller fordert rasche Einigung beim Lieferkettengesetz


Kinderarbeit in einem Steinbruch in Sambia

21.01.2021 |

Am Donnerstag, 21. Januar startet das von den Vereinten Nationen ausgerufene Internationale Jahr zur Beseitigung der Kinderarbeit.

Dazu erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:

"Die Corona-Krise ist eine Katastrophe für viele Kinder: Derzeit können 320 Millionen Kinder nicht zur Schule. Nach Schätzungen der UNESCO werden 24 Millionen nicht mehr in die Schulen zurückkehren, sondern müssen arbeiten und das Überleben ihrer Familien sichern. Schon vor der Pandemie mussten über 70 Millionen Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen schuften, auch für unsere Produkte. Das ist moderne Sklaverei."

"Es ist höchste Zeit, dass wir beim Thema Kinderarbeit endlich vom Reden zum Handeln kommen", so Müller weiter. "Wir müssen das Lieferkettengesetz jetzt zügig auf den Weg zu bringen – um Kinderarbeit zu stoppen und Menschenrechtsstandards für deutsche Produkte sicherzustellen. 75 Prozent der Deutschen, die Verbraucherzentralen, fast 100 Unternehmen und jetzt auch 70 Ökonomen fordern ein solches Gesetz: 'Made in Germany' soll nicht nur für gute Qualität stehen, sondern auch für faire Produktion.

Auch viele Hilfsorganisationen unterstützen den Kampf gegen Kinderarbeit. Um diese Arbeit auszubauen, starten wir jetzt einen Kooperationsfonds. Die ersten Maßnahmen beginnen auf Kaffee- und Kakaoplantagen in Honduras und Ghana, sowie in Steinbrüchen in Indien und im Kongo, wo Kinder Glimmer für unsere Kosmetikprodukte oder Edelmetalle für unsere Smartphones abbauen. Setzen wir uns in diesem Jahr mit vereinten Kräften – die Staatengemeinschaft, die Wirtschaft und die Zivilgesellschaft – dafür ein, Kinderarbeit zu beenden!"

Hintergrund Kinderarbeit

Weltweit arbeiten über 150 Millionen Kinder, mehr als 70 Millionen von ihnen unter ausbeuterischen und gefährlichen Bedingungen. Die Landwirtschaft ist der größte Sektor für Kinderarbeit, hier arbeiten über 100 Millionen Kinder. Besonders schlimme Formen der Kinderarbeit finden sich in Minen in Zentralafrika, beim Einsatz von Kindern als Soldaten und in der Prostitution. Immer noch werden weltweit rund 250.000 Minderjährige als Kindersoldaten missbraucht und zu Gräueltaten gezwungen und nach Schätzungen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) sind rund eine Million Kinder Opfer sexueller Zwangsarbeit. 415 Millionen Kinder weltweit leben in einer Konfliktzone, diese müssen überdurchschnittlich häufig arbeiten, da viele von ihnen ihre Eltern verloren haben und auf sich alleine gestellt sind.

Zur Bekämpfung von Kinderarbeit fördert das Entwicklungsministerium nachhaltige Liefer- und Wertschöpfungsketten weltweit und setzt sich für ein verstärktes Engagement aller ein. Zum Beispiel durch die Förderungen von gemeinsamen Initiativen der Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik (Multi-Stakeholder Initiativen) wie dem Forum nachhaltiger Kakao, dem Bündnis für nachhaltige Textilien oder dem staatlichen Siegel Grüner Knopf.

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