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World Health Summit

Minister Müller kündigt Aufbau eines neuen "One Health"-Schwerpunkts im BMZ an

Aus dem Corona-Sofortprogramm werden 30 Millionen Euro für gezielte Pandemieprävention und internationale Zusammenarbeit eingeplant


Teilnehmerinnen und Teilnehmer des World Health Summit, der in digitaler Form abgehalten wurde

Pressemitteilung vom 27.10.2020 |

Berlin – Beim World Health Summit stehen heute neue Strategien zur weltweiten Corona-Bekämpfung im Fokus. Auf der Konferenz tauschten sich dazu unter anderem Prof. Drosten (Charité Berlin), WHO-Generaldirektor Tedros, Prof. Mettenleiter (Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit), BMZ-Gesundheitsbotschafter von Hirschhausen und Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth aus.

Dazu erklärte Minister Müller: "Wegen der Corona-Pandemie werden wir den Schwerpunkt 'One Health' und Pandemieprävention massiv ausbauen. Die Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth wird als Sonderbeauftragte des Ministeriums die internationale Zusammenarbeit koordinieren. Als ersten Schritt investieren wir aus unserem weltweiten Corona-Sofortprogramm 30 Millionen Euro in den 'One Health'-Ansatz. Damit gründen wir das erste 'One Health'-Pandemiezentrum in Kenia zum Austausch von Human- und Tiergesundheit. Und wir stärken gemeinsam mit der Weltbank die Lebensmittelsicherheit sowie die Früherkennung von Zoonosen bei der Nahrungsmittelproduktion. Das ist dringend nötig: Virologen haben mindestens 40 weitere Viren mit Pandemie-Potenzial identifiziert. Bereits 2,7 Millionen Menschen sterben jedes Jahr weltweit an Zoonosen. Ebola, Aids, Vogelgrippe, auch Covid-19 gehört dazu."

Klimawandel, steigende Mobilität, das Vordringen des Menschen in bisher unberührte Lebensräume, industrielle Landwirtschaft und intensive Nutztierhaltung führen dazu, dass sich – auch neue – Krankheitserreger schneller ausbreiten können. Die Corona-Pandemie zeigt, wie aus einem lokalen Ausbruch mit Ursprung im Tierreich schnell eine weltweite Gefahr wurde.

Parlamentarische Staatssekretärin Maria Flachsbarth: "Die Lage ist weltweit extrem herausfordernd – über 43 Millionen Menschen haben sich mit Covid-19 infiziert, über 1,1 Millionen sind gestorben. Wir müssen bessere Antworten finden und den 'One Health-Dreiklang' der Gesundheit von Mensch und Tier sowie intakter Umwelt stärken. Und: Corona wird nicht die letzte Pandemie sein. Eine Lehre aus Corona muss daher sein: Die Weltgemeinschaft muss künftig besser zusammenarbeiten bei der Bekämpfung der Pandemie, der Entwicklung von Diagnostika, Impfstoffen und Medikamenten sowie bei der Prävention künftiger Seuchen. Deswegen haben wir eine neue Unterabteilung 'One Health' zur Pandemie-Bekämpfung aufgebaut, um unsere Projekte besser miteinander zu verzahnen und neue Initiativen auf den Weg zu bringen: in der Human- und Tiergesundheit, bei gesunden Lebensmitteln und in der Landwirtschaft, beim Zugang zu sauberem Trinkwasser sowie beim Schutz der Biodiversität."

Prof. Thomas C. Mettenleiter, Friedrich-Loeffler-Institut: "Die aktuelle Pandemie zeigt die Bedeutung von 'One Health'. Der Erreger stammt aus dem Tierreich, ist auf den Menschen übergesprungen und wird von Menschen wieder auf Tiere übertragen. Drei Viertel der neu auftretenden Infektionskrankheiten des Menschen kommen aus dem Tierreich. Hier setzt der 'One Health'-Ansatz an, um risikoreiche Tier-Mensch-Kontakte zu reduzieren. 'One Health' ist ein sektorübergreifender, ganzheitlicher Ansatz, der die Verbindung der Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt anerkennt. Antibiotikaresistenzen und Zoonosen sind zwei wesentliche Themenbereiche, die im Rahmen von 'One Health' bearbeitet werden."

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