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Coronakrise

Weltbank-Jahrestagung: Minister Müller unterstützt Vorschlag zum Schuldenerlass


Schriftzug "The World Bank Group" am Hauptgebäude der Weltbank in Washington.

16.10.2020 |

Zur heutigen Jahrestagung der Weltbank erklärte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller:

"Die Coronakrise trifft die ärmsten Länder am härtesten. Nachdem der weltweite Hunger seit 1990 halbiert werden konnte, fallen allein in diesem Jahr 130 Millionen Menschen zusätzlich in Hunger und Armut zurück. Die Länder brauchen dringend neue Liquidität im Kampf gegen die Hunger- und Wirtschaftskrise. Das im April vereinbarte Schuldenmoratorium hat 46 der ärmsten Länder bereits geholfen, rund fünf Milliarden US-Dollar an Zinsen zu sparen und stattdessen für den Kampf gegen Corona zu nutzen. Die jetzt geplante Verlängerung des Moratoriums durch die G20 bis Mitte nächsten Jahres ist wichtig, sie reicht aber längst nicht aus. Die Krise wird ja nicht in einem Jahr vorbei sein. Deswegen müssen auch die Investmentfonds und Privatbanken mitmachen statt einfach weiter hohe Renditen und Tilgungen einzustreichen. Hier müssen sich auch die chinesischen Kreditgeber beteiligen.

Zudem ist die Gefahr einer neuen Schuldenkrise längst nicht gebannt. 100 Milliarden Dollar Kapital sind aus Entwicklungsländern abgeflossen, viele Währungen sind um 35 Prozent abgestürzt, die Rohstoffpreise kollabiert. Das bringt viele Länder an den Rand des Staatskollaps.

Wir brauchen als nächsten Schritt einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder. Ich unterstütze die jüngste Initiative von Weltbankpräsident Malpass dazu. Voraussetzung ist eine neue Schulden-Transparenz-Initiative: Alle Finanzkanäle müssen offengelegt werden. Kein Euro darf in korrupte Kanäle gehen. Die eingesparten Zinsen müssen in Gesundheit und soziale Sicherung investiert werden."

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