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Situation in Flüchtlingslagern

Entwicklungsminister Müller besorgt über Corona-Ausbruch im Rohingya-Camp


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller beim Besuch des Flüchtlingslagers Kutupalong in Cox Bazar, Bangladesch im Februar 2020. Dort leben rund 800.000 Mitglieder der Rohingya, die aus Myanmar geflohen sind oder vertrieben wurden.

15.05.2020 |

Berlin – Angesichts der ersten Corona-Fälle in den Flüchtlingscamps von Cox's Bazar in Bangladesch kündigt Entwicklungsminister Müller eine Verstärkung der deutschen Unterstützung an:

"Wir werden unsere bereits im Februar angekündigte Zusage von 15 Millionen in einem nächsten Schritt auf 25 Millionen Euro für 2020 erhöhen. Wir müssen jetzt gezielt unsere Partner vor Ort ausrüsten und alles tun, um eine weitere Ausbreitung des Virus in den Camps zu verhindern. Vor allem geht es darum, gemeinsam mit UNICEF die Lage der mehr als 400.000 Kinder zu erleichtern.

Die Enge und Hygienebedingungen der 850.000 Menschen in den Flüchtlingslagern sind erschütternd. Ein Corona-Ausbruch hat hier verheerende Folgen. Isolation, Abstand und Händewaschen sind nicht im erforderlichen Maße möglich.

Bereits jetzt arbeiten wir an einer langfristigen Verbesserung der sanitären Lage durch ein Kanalsystem und dezentrale Kläranlagen, am Aufbau von Gesundheitsstrukturen und an der Ernährungssicherung der Flüchtlinge. Mit dem Ausbruch des Virus müssen diese Maßnahmen jetzt verstärkt und dringend beschleunigt werden. Wir brauchen Seife und andere Hygieneartikel, Toiletten und Einrichtungen zum Händewaschen. Momentan schwimmen die Abwässer quer durch die Lager."

Der Bundesentwicklungsminister hat Mitte Februar die Flüchtlingscamps der Rohingya in Bangladesch besucht. Bereits bei diesem Besuch hat das Entwicklungsministerium erste Maßnahmen eingeleitet. Jetzt werden diese Maßnahmen verstärkt.

Eine Million Menschen der muslimischen Minderheit der Rohingya sind aus Myanmar nach Bangladesch geflohen, wo sie unter katastrophalen Bedingungen leben müssen.

Flüchtlinge gehören weltweit zu den am meisten gefährdeten Gruppen, da sie zumeist nicht an die Gesundheitssysteme der Länder angeschlossen sind und durch Zugangssperren auch die Einfuhr der Hilfsgüter unmöglich wird.

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