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Meeresschutz und Biodiversität

Minister Müller in Oslo zur Meeresschutzkonferenz "Our Ocean" und auf Spitzbergen


Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der "Our Ocean"-Konferenz in Oslo (von links nach rechts): Peter Thomson, UN-Sondergesandter für Ozeane, Isabella Lövin, stellvertretende schwedische Ministerpräsidentin und Umwelt- und Klimaministerin, Brune Poirson, Staatssekretärin im französischen Umweltministerium und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Pressemitteilung vom 23.10.2019 |

Berlin/Oslo – Bundesentwicklungsminister Gerd Müller reist heute nach Oslo zur internationalen Meeresschutzkonferenz "Our Ocean" und danach weiter nach Spitzbergen. Bei der hochrangigen Konferenz beraten Regierungen, Zivilgesellschaft, Wissenschaftler und Unternehmen darüber, wie die Meere besser geschützt werden können.

Entwicklungsminister Gerd Müller erklärte vor seiner Abreise: "70 Prozent der Erdoberfläche sind Meere. Sie regulieren das Klima auf der Welt – und sichern unser Überleben. Aber unsere Meere stehen kurz vor dem Kollaps. Verschmutzung, Plastikmüll, Überfischung und der Anstieg des Meeresspiegels gefährden das Leben in den Meeren und an den Küsten. Vor allem die Ärmsten spüren die Auswirkungen. Wir brauchen einen 'New Deal' für den Meeresschutz. Nur acht Prozent der Weltmeere stehen unter Schutz. Das müssen wir deutlich ausbauen. Deswegen investiert Deutschland 25 Millionen Euro in den 'Blue Action Fund' zur Ausweitung der Meeresschutzgebiete. Und wir wollen weltweit den Bestand an Mangroven um 20 Prozent vergrößern, die vor Überschwemmungen schützen und besonders viel CO2 speichern."

Weltweit sind Meere und Küsten unter Druck: ein Drittel der Fischbestände sind überfischt, bis zu 13 Millionen Tonnen Plastik gelangen jedes Jahr in die Weltmeere und 35 Prozent der Mangroven sind verschwunden. Der vom BMZ gegründete und gemeinsam mit Schweden und Frankreich betriebene "Blue Action Fund" trägt dazu bei, dass schon über 195.000 Quadratkilometer Meeresgebiete geschützt werden. Dies soll auf 365.000 Quadratkilometer ausgebaut werden.

Im Rahmen der Konferenz wird Entwicklungsminister Müller Gespräche mit Umweltminister Ola Elvestuen zur Fortführung des Amazonas-Schutzfonds in Brasilien führen sowie mit Außenministerin Ine Eriksen Søreide und Entwicklungsminister Dag-Inge Ulstein.

Am Donnerstag reist Minister Müller nach Spitzbergen und besucht den weltweit größten Saatgutspeicher. Im Permafrostboden lagern dort fast eine Million Saatgutproben aus der ganzen Welt.

Minister Müller: "Gerade für die Menschen in den Entwicklungsländern ist der Klimawandel längst zur Überlebensfrage geworden. Saatgutdatenbanken sind unsere Versicherungspolice für die Zukunft: Hier werden Saatkörner der wichtigsten Kultur- und Nutzpflanzen für die kommenden Generationen aufbewahrt. Damit können wir die Menschen bei der Anpassung an den Klimawandel und der Ernährungssicherung ganz praktisch unterstützen, zum Beispiel mit neuen, klimaangepassten Züchtungen. Das ist auch dringend nötig. Der Weltklimarat zeigt: Die Klimazonen verschieben sich bereits. Ehemals fruchtbare Landschaften werden zu Wüsten. Dürren und Hitzewellen nehmen weltweit zu. Eine halbe Milliarde Menschen lebt in Gebieten, die davon betroffen sind. Um die wachsende Weltbevölkerung vor allem in Afrika zu ernähren, müssen wir deshalb in die Forschung und eine nachhaltige Landwirtschaft investieren."

Deutschland unterstützt die Saatgutbanken und damit auch eine nachhaltige Ernährungssicherung weltweit. Für 2019 sind weitere zehn Millionen Euro für den Welttreuhandfonds für Kulturpflanzenvielfalt (Crop Trust) vorgesehen.

In Spitzbergen informiert sich Minister Müller auch über die Erderwärmung im Polargebiet, unter anderem mit dem Direktor des norwegischen Polarinstituts. Laut dem aktuellen Sonderbericht des Weltklimarats hat sich die Lufttemperatur der Arktis in den vergangenen zwei Jahrzehnten doppelt so schnell erwärmt wie im globalen Durchschnitt. Dadurch ist es zu einem enormen Abschmelzen der arktischen Eismasse gekommen.

"Bei einer Erderwärmung von zwei Grad wird der Meeresspiegel um einen Meter bis zum Jahr 2100 steigen. 700 Millionen Küstenbewohner könnten ihre Existenzgrundlage verlieren. Und die Welt steuert sogar auf eine Erderwärmung von drei Grad zu. Wir dürfen nicht warten, bis immer mehr Dörfer und Städte überschwemmt werden. Wir müssen jetzt handeln", so Minister Müller.

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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