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Klöckner und Müller: "Verbesserung der Lebensbedingungen für Kakaobauern ist unser gemeinsames Ziel"

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller auf der Internationalen Grünen Woche 2019 in Berlin

Pressemitteilung vom 23.01.2019 |

Berlin – Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller haben heute auf der Internationalen Grünen Woche einen 10-Punkte-Plan für nachhaltigen Kakao vorgestellt. Damit verstärken und konkretisieren sie die Anstrengungen der Bundesregierung, dass langfristig 100 Prozent der in Deutschland verkauften kakaohaltigen Endprodukte aus nachhaltigem Anbau stammen sollen.

Bundesminister Müller: "Schokolade ist die Lieblingssüßigkeit der Deutschen. Aber Schokolade hat immer noch eine bittere Seite: Hungerlöhne, Armut, Kinderarbeit und Abholzung der Regenwälder müssen endlich der Vergangenheit angehören. Zwar haben wir mit dem 'Forum Nachhaltiger Kakao' schon viel erreicht. Rund 60 Prozent des Kakaos in Deutschland wird bereits nachhaltig hergestellt. Aber wir müssen endlich zu 100 Prozent kommen. Dafür bündeln BMEL und BMZ jetzt ihre Kräfte mit einem 10-Punkte-Plan."

Bundesministerin Klöckner: "Mit dem 10-Punkte-Plan setzen wir ein starkes Signal und gehen die Probleme im Kakaoanbau an. Wir treten ein für Waldschutz und -erhalt, auch die Rolle der Frauen im Kakaoanbau wollen wir stärken. Ziel ist, die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien zu verbessern. Konkret fördern wir zum Bespiel das Projekt "Pro Planteurs" mit über 300.000 Euro, das Bauern und speziell Bäuerinnen in nachhaltiger Kakaoerzeugung schult und so vor Ort Perspektiven schafft – das hat Modellcharakter."

Hintergrund:

Über 85 Prozent des Kakaos in Deutschland wird in den westafrikanischen Ländern Nigeria, Ghana und der Elfenbeinküste produziert. In der Elfenbeinküste verdient eine siebenköpfige Bauernfamilie mit der Kakaoernte etwa 170 Euro im Monat. Damit kann sie kaum ihren Lebensunterhalt decken. Die Folgen sind Armut, Hunger und auch Kinderarbeit. 2,3 Millionen Kinder arbeiten allein in Westafrika auf Kakaoplantagen.

Deutschland geht hier mit dem von beiden Bundesministerien initiierten "Forum Nachhaltiger Kakao" voran. Die deutsche Süßwarenindustrie, der deutsche Lebensmittelhandel, die Zivilgesellschaft und die Bundesregierung engagieren sich gemeinsam für einen nachhaltigen Kakaoanbau. Der Anteil nachhaltig produzierten Kakaos in Deutschland konnte so von fünf Prozent im Jahr 2011 auf mittlerweile rund 60 Prozent gesteigert werden.

Das genügt allerdings noch nicht – deshalb legen BMZ und BMEL jetzt mit dem 10-Punkte-Plan gemeinsame Ziele für einen nachhaltigen Kakaosektor fest. Ziel ist ein faires Einkommen für die Produzentinnen und Produzenten. Nur so kann Armut und damit Kinderarbeit wirksam bekämpft werden. Langfristig sollen 100 Prozent des Kakaos in Deutschland unter fairen Bedingungen produziert und gehandelt werden.

Der 10-Punkte-Plan des BMZ und des BMEL für einen nachhaltigen Kakaosektor (PDF 2,1 MB)

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Lexikon der Entwicklungspolitik

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