Vielfalt im BMZ Interview mit Norzin Grigoleit-Dagyab

Stellvertretende Leiterin des Referats für Geschlechtergerechtigkeit

Frage: Was bedeutet Geschlechtergerechtigkeit?

Norzin Grigoleit-Dagyab,  Stellvertretende Leiterin des Referats für Geschlechtergerechtigkeit im BMZ

Norzin Grigoleit-Dagyab, Stellvertretende Leiterin des Referats für Geschlechtergerechtigkeit im BMZ

Norzin Grigoleit-Dagyab,  Stellvertretende Leiterin des Referats für Geschlechtergerechtigkeit im BMZ

Bei Geschlechtergerechtigkeit geht es darum, dass alle Menschen – unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Geschlechtsidentität oder sexuellen Orientierung – gleichberechtigt teilhaben können, sowohl sozial, politisch wie auch wirtschaftlich. Das bedeutet unter anderem: Alle Menschen sollen die gleichen Rechte genießen und gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen erhalten – sei es Finanzen oder digitale Lösungen. Wir müssen sicherstellen, dass die Perspektiven aller Geschlechter in Entscheidungsprozesse Eingang finden. Voraussetzung dafür ist selbstkritische Reflexion: Wir müssen Strukturen, Hierarchien und Rollenbilder kritisch hinterfragen und überwinden.

Wie setzt sich das BMZ in den Partnerländern für eine feministische Entwicklungspolitik ein?

Gemeinsam mit unseren Partner*innen aus dem Globalen Süden arbeiten wir schon heute in vielen Programmen zusammen, die zu mehr Geschlechtergerechtigkeit beitragen: Diese Programme stärken beispielsweise Frauen in ihrer wirtschaftlichen Teilhabe oder dabei, selbstbestimmt über ihren Körper entscheiden zu dürfen. Mit der feministischen Entwicklungspolitik rücken wir die geschlechtergerechte Perspektive ins Zentrum und erkennen Geschlechtergerechtigkeit als Katalysator für nachhaltige Entwicklung.

Wie wirkt sich das auf unsere Partnerländer aus?

Mehr Geschlechtergerechtigkeit wirkt sich erwiesenermaßen positiv auf Gesellschaften und Volkswirtschaften aus. Von der Regierungsführung über die Wirtschaftsleistung eines Landes bis hin zur Ernährungssicherheit – all diese Bereiche leiden umso stärker, je geschlechterungerechter eine Gesellschaft ist. Es geht also nicht um eine ideologische Debatte, sondern um konkrete positive Wirkungen für die individuellen Personen und die Gesellschaften, in denen sie leben.


Stand: 31.05.2022