Weltbankgruppe
Die Weltbankgruppe (Externer Link) (WBG) ist der weltweit größte Finanzierer für nachhaltige Entwicklung. Mit ihrem Leitbild „ending poverty and boosting shared prosperity on a livable planet“ verfolgt sie das Ziel, die grenzüberschreitenden globalen Herausforderungen unserer Zeit zu bewältigen und extreme Armut zu bekämpfen.
Armutsbekämpfung und ein breitenwirksames Wachstum im Rahmen eines nachhaltigen Entwicklungsmodelles sind die obersten Ziele der WBG. Seit 2023 richtet sie ihre Geschäftstätigkeit stärker auf die Bereitstellung globaler öffentlicher Güter – Schutz von Klima und Biodiversität, Pandemieprävention, Bekämpfung von Fragilität und Gewalt – aus. Die WBG ist zudem wichtiger globaler Standardsetzer im Bereich Umwelt- und Sozialstandards und bei verantwortlicher Kreditvergabe. Außerdem kann sie sehr schnell und zielgerichtet auf Krisen reagieren, Unterstützung in Kontexten sicherstellen, in denen bilaterale Unterstützung aufgrund fragiler Staatlichkeit oder politisch komplexer Gemengelage ausgesetzt ist, und Wiederaufbau in Post-Konfliktlagen finanzieren. Sie mobilisiert Milliardenbeiträge, um Entwicklungsprojekte weltweit zu finanzieren, Entwicklungsziele zu erreichen und eine lebenswerte Zukunft für alle zu schaffen. Durch das Ziel- und Indikatorensystem „Scorecard (Externer Link)“ wird der Zielerreichungsgrad dieser Bemühungen messbar gemacht und regelmäßig überprüft. Die Zusagen der WBG beliefen sich im Geschäftsjahr 2025 auf 162 Mrd. US-Dollar. Dabei setzt die WBG ihr verfügbares Kapital am Kapitalmarkt ein, kann dieses dank eines hervorragenden Ratings am Kapitalmarkt (AAA-Rating) um ein Vielfaches hebeln und unseren Partnerländern folglich mehr Mittel für dringend benötigte Investitionen zur Verfügung stellen.
Die WBG ist jedoch nicht nur ein Finanzierer, sondern auch eine „Wissensbank“. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und breit angelegten Forschungstätigkeit verfügt die WBG über weltweit anerkannte Expertise, die sie in Form von Beratungsleistungen, Publikationen und Datenbanken zur Verfügung stellt. Diese zeigt sich neben Themenfeldern wie Fragilität, Klima, Umwelt, soziale Sicherung und Wirtschaftspolitik unter anderem bei der Mobilisierung von Privatkapital. In der „IFC 2030“ Strategie konzentriert sich die International Finance Corporation (IFC (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) – der Privatsektorarm der Weltbank – hierbei vor allem auf neue Ansätze zur Mobilisierung institutioneller Investoren, eine stärkere Förderung von Klein- und mittelständischen Unternehmen (KMU) und erhöhte Eigenkapitalbeteiligungen.
Für Deutschland ist die WBG ein wichtiger strategischer Partner, um grenzüberschreitende Herausforderungen – Klimaschutz, Pandemieprävention, Frieden und Sicherheit – gemeinsam zu bewältigen, global Verantwortung zu übernehmen und wirtschaftliche Entwicklung sowie geteilten Wohlstand („shared prosperity“) weltweit voranzubringen.
Zahlen und Fakten
Die WBG wurde am 22. Juli 1944 auf der Währungs- und Finanzkonferenz der Vereinten Nationen in Bretton Woods in den USA zusammen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) gegründet. Sowohl der IWF als auch die WBG sind Sonderorganisationen der Vereinten Nationen mit Hauptsitz in Washington, D.C., USA.
Die WGB setzt sich aus fünf Organisationen zusammen:
- der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (IBRD (Externer Link)), die als Leitinstitution der WBG Kredite an Mitteleinkommensländer vergibt;
- der Internationalen Entwicklungsorganisation (IDA (Externer Link)), die als Fonds der WBG Zuschüsse und stark vergünstigte Kredite an Niedrigeinkommensländer vergibt;
- der Internationalen Finanz-Corporation (IFC (Externer Link)), die Kredite an den Privatsektor in Entwicklungsländern vergibt sowie Beteiligungen eingeht;
- der Multilateralen Investitions-Garantie-Agentur (MIGA (Externer Link)), die privatwirtschaftliche Direktinvestitionen in Entwicklungsländern durch Garantien absichert; und
- dem Zentrum zur Beilegung von Investitionsstreitigkeiten (ICSID (Externer Link)), das als unabhängige Einrichtung der WBG Streitigkeiten zwischen Regierungen und ausländischen Investoren schlichtet.
Deutschland und die Weltbankgruppe
Deutschland ist viertgrößter Anteilseigner der WBG mit 4,11 Prozent Stimmgewicht, verfügt damit über einen Einzelsitz im 25-köpfigen Gouverneursrat (Minister*innenebene) und entsendet einen eigenen Exekutivdirektor. Dadurch kommt Deutschland in der WBG hohe Bedeutung bei der Gestaltung der strategischen Ausrichtung der Institution zu.
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) koordiniert innerhalb der Bundesregierung die deutsche Zusammenarbeit mit der WBG. Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan ist die deutsche Gouverneurin der WBG und vertritt die Bundesregierung in den höchsten Gremien der Bank sowie bei Frühjahrs- und Jahrestagungen. Die vom BMZ erstellten Pressemitteilungen zu den Frühjahrs- und Jahrestagungen der WBG geben Auskunft über thematische Schwerpunkte, Ziele und Ergebnisse der Tagungen.
- Informationen der Weltbank über ihre Struktur und Aufgaben (englisch) Externer Link
- Büro des deutschen Exekutivdirektors bei der Weltbankgruppe Externer Link
- Open Knowledge Repository | Wissensdatenbank der Weltbank (englisch) Externer Link
- Research and Publications | Datenbank mit Zugang zu Forschungsergebnissen und Publikationen der Weltbank (englisch) Externer Link
- International Development Association (IDA) – Informationen zur Wiederauffüllung der Mittel Externer Link
Stand: 13.10.2025