Kundinnen und Kunden vor einer Markthalle in Usbekistan

Wirtschaftliche Situation Auf dem Weg zur Öffnung

Auch fast 30 Jahre nach Erlangung der Unabhängigkeit befindet sich Usbekistan noch im Übergang von einer sowjetisch-zentralistischen Planwirtschaft zu einem marktwirtschaftlich orientierten System.

Die staatlichen Wirtschafts- und Investitionsstrategien waren lange darauf ausgerichtet, weitgehend unabhängig von ausländischen Einflüssen zu bleiben. So kamen Wirtschaftsliberalisierung, Privatisierung und Strukturreformen nur langsam voran.

Nach offiziellen Angaben ist die usbekische Wirtschaft in den vergangenen Jahren kontinuierlich um mindestens fünf Prozent gewachsen. Auch 2018 lag das Wachstum bei diesem Wert, für die Jahre 2019 und 2020 erwartet die Weltbank Wachstumsraten von 5,1 und sechs Prozent. Die usbekische Wirtschaft ist stark abhängig von den Weltmarktpreisen für die Hauptexportgüter des Landes (Gas, Metalle, Baumwolle) sowie vom wirtschaftlichen Zustand der wichtigsten Handelspartner, China und Russland.

Die usbekische Regierung hat in jüngster Zeit zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung des Investitionsklimas ergriffen. darunter die Liberalisierung des Devisenbewirtschaftungssystems und die Privatisierung von Staatsunternehmen, zum Beispiel im Finanzwesen, der chemischen Industrie und im Energiesektor. Die nationale Entwicklungsstrategie Usbekistans für 2017 bis 2021 hat vorrangige Entwicklungsfelder benannt: Neben Reformen im Regierungs- und Verwaltungsapparat und dem Rechts- und Justizwesen, werden Wirtschaftsentwicklung und -liberalisierung sowie die Verbesserung der sozialen Infrastruktur und sozialer Dienstleistungen als besonders wichtig angesehen.

Die Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliches Engagement bleiben dennoch schwierig. Potenzielle Investoren werden unter anderem durch die strenge staatliche Kontrolle des Bankenwesens, einen eingeschränkten Zugang zu Krediten, langwierige Genehmigungsverfahren, fehlende Rechtssicherheit und eine mangelhafte Infrastruktur abgeschreckt.

Ein großes Problem ist außerdem die weit verbreitete Korruption. 2019 belegte Usbekistan auf dem Korruptionsindex (Externer Link) der Nichtregierungsorganisation Transparency International Rang 153 von 180 ausgewerteten Ländern.

Entwicklungspotenziale

Usbekistan hat durch seine zentrale Lage und seine Bodenschätze (unter anderem Gold, Kupfer, Uran, Kohle, Erdgas) gute Entwicklungschancen. Bereits heute investieren russische, chinesische, koreanische und malaysische Firmen in die Erschließung der usbekischen Erdgas- und Öllagerstätten.

Wichtige Stützen der Wirtschaft sind die Brennstoffindustrie, der Maschinenbau, die Metallverarbeitung, der Transportmittelbau und die Elektrotechnik. Entwicklungspotenziale weisen zudem die Textilindustrie, die Stromwirtschaft und die Mobilfunkbranche auf.

Zu den Stärken des Landes kann auch seine junge Bevölkerung gezählt werden. Knapp 60 Prozent der Einwohner sind jünger als 30 Jahre. Vorausgesetzt, die Bildungschancen werden verbessert, könnte die Wirtschaft Usbekistans auf sehr viele Arbeitskräften mit relativ hohem Ausbildungsstand zurückgreifen.