Donau-Wasserkraftwerk Eisernes Tor an der Grenze zwischen Serbien und Rumänien

Kernthema "Klima und Energie, Just Transition" Schutz von Umwelt und Gesundheit durch Kläranlagen und erneuerbare Energien

In Serbien fehlen Kläranlagen, der größte Teil des Abfalls wird auf ungesicherten Müllkippen abgelagert und Energie wird größtenteils aus Braunkohle und Mineralöl gewonnen. Diese Defizite bedrohen die Gesundheit, belasten die Umwelt und führen zu hohen Treib­haus­gas­emissionen.

Das Land verfügt nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um die Umwelt- und Energieinfrastruktur zu modernisieren und auszubauen und um die in der EU geltenden Standards zu erfüllen.

Deutschland engagiert sich darum in Serbien für die Emissionsminderung und Dekarbo­nisierung im Energiesektor sowie für ein ökologisch nachhaltiges Wasser-, Abwasser- und Abfallmanagement.

In Zusammenarbeit mit der federführenden Weltbank und der französischen Agentur für Entwicklung (AFD) bereitet die KfW Entwicklungsbank aktuell ein reformbasiertes Darlehen (policy based lending) zur gezielten Unterstützung von Reformen im Energiesektor und im Umweltbereich vor ("Green Transition Development Policy Operation", DPO). Inhaltliche Schwerpunkte sind eine "grüne" Fiskalpolitik, die Opera­tionalisierung der neuen Energie­gesetzgebung aus dem Jahr 2021 zur Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz sowie die Umsetzung des 2021 erlassenen Klimawandelgesetzes mit einem Schwerpunkt auf Abfallmanagement und Luftreinhaltung.


Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Im Energiesektor liegt der Fokus auf der Unterstützung der Reformagenda des serbischen Energieministeriums mit dem gezielten Ausbau von erneuerbaren Energien (insbesondere Wasserkraft, Windenergie, Biomasse, aber auch Fotovoltaik) sowie der Förderung von Energie­effizienz und der Umsetzung der entsprechenden EU-Richtlinien und Vorgaben der euro­päischen Energy Community. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Modernisierung des Strom­übertragungs­netzes und die Einbindung in das europäische Verbund­system über den "Trans-Balkan-Korridor" von Rumänien über Serbien und Montenegro bis hin nach Italien im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Um die Energieeffizienz zu erhöhen, werden mit deutscher Unterstützung öffentliche Gebäude wie Kindergärten und Schulen sowie das VMA-Krankenhaus in Belgrad, eines der größten im Westbalkan, energetisch saniert. Außerdem unterstützt die KfW Entwicklungsbank serbische Banken dabei, Kredite an Kommunen sowie kleine und mittlere Unternehmen zu vergeben, damit diese in Energiesparmaßnahmen, Umweltinvestitionen und erneuerbare Energien investieren können.

Nachhaltige Stadtentwicklung 

Im Rahmen der finanziellen Zusammenarbeit wurde bislang in über 20 serbischen Städten mit rund 1,6 Millionen Einwohnern vorrangig die Trinkwasserversorgung verbessert und ausgebaut. Mittlerweile werden vor allem serbische Mittelstädte dabei unterstützt, umwelt­gerechte Ab­was­ser­systeme aufzubauen. Zwei moderne Kläranlagen, die EU-Standards erfüllen, sind im letzten Jahr in Kruševac und Vranje in Betrieb gegangen. Im Rahmen zweier neuer landes­weiter Programme, die derzeit vorbereitet werden, sollen die Wasser- und Ab­was­ser­systeme in bis zu 20 kleineren und mittleren Städte umwelt- und klimagerecht ausgebaut bezieh­ungs­weise saniert werden. Außerdem befindet sich ein Programm zur Einführung umweltgerechter Abfallmanagementsysteme in drei Regionen in Vorbereitung.

Beim Abfallmanagement werden die Interessen der Roma besonders berücksichtigt. Sie leben häufiger als andere Bevölkerungsgruppen in schlechten hygienischen Verhältnissen und die Sammlung und Verwertung von Abfällen stellt oft ihre einzige Einkommensquelle dar. Sie sollen in die neugeschaffenen Strukturen der Kreislaufwirtschaft eingebunden werden.