Flucht und Migration Herkunfts- und Transitland

Serbien ist Transitland für Flüchtlinge, die in Griechenland das europäische Festland erreichen und nach Westeuropa weiterreisen. 2015 kamen mehr als 760.000 Flüchtlinge über die sogenannte Balkanroute. Auch nach Schließung der Grenzen 2016 wird dieser Weg weiterhin genutzt, nun zunehmend illegal mit Hilfe von Schleusern.

Syrische Flüchtlinge an der serbisch-ungarischen Grenze im August 2015

Syrische Flüchtlinge an der serbisch-ungarischen Grenze im August 2015

Syrische Flüchtlinge an der serbisch-ungarischen Grenze im August 2015

Darüber hinaus ist Serbien auch Herkunftsland von Flüchtlingen und Migranten. Vor allem Angehörige von benachteiligten Bevölkerungsgruppen sehen in der Migration in die Europäische Union die einzige Chance, ihre Lebenssituation zu verbessern. So wurden 90 Prozent der Asylanträge, die 2015 von Menschen aus Serbien in Deutschland gestellt wurden, von Angehörigen der Roma-Minderheit eingereicht. Bis auf Einzelfälle werden solche Anträge allerdings abgelehnt, da Serbien als sogenanntes sicheres Herkunftsland gilt.

Ein Problem für die serbische Wirtschaft stellt die Abwanderung gut ausgebildeter junger Serbinnen und Serben dar. Sie erhoffen sich im Ausland bessere Arbeits- und Einkommensmöglichkeiten – ihr Fachwissen fehlt jedoch den einheimischen Unternehmen ("brain drain").

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit will einen Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen leisten. Ein Ziel in der Kooperation mit Serbien ist daher, spürbar positive Wirkungen für benachteiligte Menschen (Roma, ländliche Bevölkerung, Kinder und Jugendliche) zu erzielen und vor Ort neue Perspektiven zu schaffen.