Am Grenzübergang Petite Barrière zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo findet ein reger grenzüberschreitender Handelsaustausch statt.

Wirtschaftliche Situation Dynamisches Wachstum

Das erklärte Ziel der ruandischen Regierung ist es, durch wirtschaftliches Wachstum die Lebensbedingungen der gesamten Bevölkerung zu verbessern. Ein wichtiger Partner dafür ist die Privatwirtschaft. Die Regierung ist daher sehr bemüht, insbesondere ausländische Investoren anzuziehen.

Im "Doing Business"-Bericht 2019 der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) – er bewertet die Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Aktivitäten – belegt Ruanda Platz 29 von 190 aufgelisteten Staaten. Das Land liegt damit, nach Mauritius, an zweiter Stelle unter allen Subsahara-Staaten.

Die ruandische Wirtschaft wuchs in den vergangenen fünf Jahren um sechs bis 8,9 Prozent. Für die kommenden Jahre rechnet die Weltbank ebenfalls mit Wachstumsraten von sieben bis acht Prozent.

Hindernisse

Die Regierungspartei von Präsident Kagame prägt wesentliche Wirtschaftsaktivitäten des Landes. Die staatsnahen Unternehmen geben zwar durchaus wichtige Entwicklungsimpulse. Ihre vorherrschende Stellung hemmt jedoch private Unternehmen, in Ruanda zu investieren.

Gebremst wird die wirtschaftliche Entwicklung außerdem durch geografische und strukturelle Rahmenbedingungen: Runda ist ein kleines, extrem dicht besiedeltes Bergland, in dem den Unternehmen im regionalen Vergleich hohe Energie- und Transportkosten entstehen. Es fehlt an ausgebildeten Fachkräften und einer gut ausgebauten Infrastruktur. Mängel bestehen insbesondere bei der Stromversorgung; bislang hat nur etwa ein Drittel der Bevölkerung Zugang zu Elektrizität.

Im Rahmen regionaler Programme wird mit deutscher Unterstützung die Energieversorgung verbessert, indem Übertragungsleitungen zwischen Ruanda, Burundi und der Demokratischen Republik Kongo installiert werden. Außerdem wird die Instandsetzung beziehungsweise der Bau von drei Wasserkraftwerken am Ruzizi-Fluss finanziert.

Die hohe Dichte und das Wachstum der Bevölkerung (2018: 2,6 Prozent) führen zu einer sehr intensiven Nutzung der natürlichen Ressourcen des Landes. Dadurch werden unter anderem immer mehr Böden zerstört und die landwirtschaftlich nutzbare Fläche schrumpft. Gleichzeitig sind vor allem ländliche Gegenden immer öfter von extremen Wetterereignissen wie Dürren und Starkregen und von Schäden durch Erosion betroffen.

Entwicklungspotenziale

Wachstumsbranchen Ruandas sind die Bauwirtschaft, der Bergbau und vor allem der Dienstleistungssektor. Dieser hat inzwischen einen deutlich größeren Anteil am Bruttoinlandprodukt als die Landwirtschaft. Vor allem in den Bereichen Finanzdienstleistungen und Informationstechnik stecken große Potenziale für die Entwicklung des Landes.

Enorme Zuwächse werden außerdem im Tourismus verzeichnet. Nicht zuletzt wegen der wirtschaftlichen Bedeutung dieser Branche bemüht sich die ruandische Regierung intensiv darum, die unkontrollierte Abholzung der Wälder einzudämmen und die verbliebenen Wälder unter Schutz zu stellen.