Straßenstand in Ruanda, an dem Karotten verkauft werden

Soziale Situation Beachtliche Fortschritte

Ruanda ist eines der wenigen Länder, die fast alle Millenniumsentwicklungsziele (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erreicht haben. Das Bruttonationaleinkommen pro Kopf ist gering, hat sich aber in den vergangenen 20 Jahren verdreifacht.

Der Anteil der armen Bevölkerung sank nach Angaben der ruandischen Regierung von fast 60 Prozent im Jahr 2000 auf 38 Prozent im Jahr 2016. Der Anteil der extrem Armen sank im gleichen Zeitraum von 40 auf 16 Prozent. Die Dynamik hat allerdings nachgelassen – seit 2013 haben sich die Werte kaum noch verbessert.

Mehr als ein Drittel der Bevölkerung ist chronisch unterernährt, besonders betroffen sind Kinder im ländlichen Raum.

Bildung und Gesundheit

Im Bildungsbereich wurden beachtliche Fortschritte erzielt. So ließ die Einführung einer kostenlosen Schulbildung die Einschulungsrate deutlich steigen: 2017 besuchten 94 Prozent aller schulpflichtigen Kinder eine Grundschule, 2002 waren es nur 83 Prozent. Auch die Dauer des Schulbesuchs hat sich deutlich verlängert. Allerdings bricht noch immer fast ein Viertel der Kinder die Grundschule vorzeitig ab und auch die Qualität der Grundbildung weist noch erhebliche Mängel auf.

Die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren sank im Zeitraum von 2000 bis 2017 von 181 auf 38 Todesfälle pro 1.000 Kinder. Auch die Müttersterblichkeit konnte erheblich gesenkt werden: Im Jahr 2000 starben in Ruanda noch mehr als 1.000 Frauen je 100.000 Lebendgeburten, bis 2015 hatte sich diese Zahl auf 290 reduziert.

Die Lebenserwartung ist von 48 Jahren (2000) auf 67 Jahre (2017) gestiegen.