Zwei Auszubildende im Bereich Metallbau am Integrated Polytechnical Regional College (IPRC) in Kigali, Ruanda, bedienen eine Maschine.

Schwerpunkt Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Ausbildung und Beschäftigung

Zwei Drittel der Beschäftigten in Ruanda arbeiten in der Landwirtschaft – vorwiegend zur Eigenversorgung. Um die Armut zu verringern, müssen möglichst viele Menschen unabhängig von dieser sogenannten Subsistenzlandwirtschaft werden und Einkommensmöglichkeiten im Handwerk, im Dienstleistungsgewerbe oder der Industrie finden.

Die ruandische Regierung strebt daher die Schaffung entsprechender Arbeitsplätze an. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Privatwirtschaft.

Perspektiven für junge Menschen

Die deutsche Unterstützung umfasst mehrere Bereiche. Zum einen sollen die Rahmenbedingungen für die private Wirtschaft verbessert werden. Kleine und mittlere Unternehmen sollen besseren Zugang zu Finanzdienstleistungen erhalten. Dazu müssen verschiedene Ministerien, Behörden und Organisationen unterstützt und miteinander vernetzt werden.

Zum anderen soll die Berufsausbildung verbessert und praxisnäher gestaltet werden, um den Bedürfnissen der Unternehmen besser zu entsprechen. Rund 60 Prozent der Ruanderinnen und Ruander sind unter 26 Jahre alt. Für all diese jungen Menschen müssen berufliche Perspektiven entwickelt werden. Der Bedarf an Ausbildungsplätzen und Beschäftigungsmöglichkeiten ist hoch.

Deutschland unterstützt den Aufbau eines Berufsbildungssystems, das an den Erfordernissen des Arbeitsmarktes ausgerichtet ist. Dies geschieht durch Unterstützung der Ausbildungsstätten sowie Weiterbildung des Lehrpersonals. Um Arbeitssuchende und Arbeitgeber effizienter in Kontakt zu bringen, fördert das BMZ außerdem die Entwicklung eines Arbeitsmarktinformationssystems und den Aufbau öffentlicher Jobcenter.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im August 2016 beim Besuch des Projekts Integrated Poitechnical Regional Center IPRC in Kigali

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im August 2016 beim Besuch des Projekts Integrated Poitechnical Regional Center IPRC in Kigali

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller im August 2016 beim Besuch des Projekts Integrated Poitechnical Regional Center IPRC in Kigali

Sonderinitiative "Ausbildung und Beschäftigung"

Im Frühjahr 2019 wurde Ruanda in die BMZ-Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung aufgenommen. Für die Zusammenarbeit in diesem Bereich werden 2019 9,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, 2020 sollen weitere Mittel folgen.

Mit der Sonderinitiative will das BMZ die Attraktivität von Wirtschaftsstandorten in Entwicklungsländern für deutsche und europäische Unternehmen steigern, einen afrikanischen Mittelstand aufbauen und gezielt unterstützen sowie Job-, Ausbildungs-und Entwicklungspartnerschaften zwischen deutschen und afrikanischen Unternehmen fördern.

Compact with Africa

Im Rahmen der G20-Initiative Compact with Africa (Externer Link) unterstützt Deutschland im Verbund mit anderen Gebern Ruanda dabei, die Rahmenbedingungen für private Investitionen zu verbessern. Dadurch sollen die Grundvoraussetzungen für ein starkes und nachhaltiges Wachstum geschaffen werden.

So richtet Deutschland zum Beispiel in der ruandischen Hauptstadt Kigali ein German Business Desk ein, das Investitionen im entwicklungspolitischen Umfeld fördern soll. In den Bereichen Mittelstandsförderung und duale Berufsausbildung kooperiert das BMZ mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) sowie deutschen Handwerkskammern.

Digitalzentrum eröffnet

Im Mai 2019 eröffnete der Afrikabeauftragte der Bundeskanzlerin und des Bundesentwicklungsministeriums, Günter Nooke, in Kigali das erste vom BMZ geförderte Digitalzentrum. Es soll digitale Lösungen für eine nachhaltige Entwicklung des Landes entwickeln und eine Brückenfunktion zwischen deutschen und europäischen Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen und Unternehmen in Ruanda übernehmen. Deutschland unterstützt damit die Anstrengungen der ruandischen Regierung, Kigali zu einem Dienstleistungszentrum für Informations- und Kommunikationstechnologien in Afrika auszubauen.