Weiteres Engagement Bessere Infrastruktur im Wassersektor

Der Nahe Osten gehört zu den wasserärmsten Regionen der Welt. Die Wasserversorgung ist eng mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt verknüpft und die Verteilung des Wassers ein Quell neuen Streits. 

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der palästinensische Minister für Bau und Infrastruktur Mufid Al-Hasayneh bei der Grundsteinlegung für ein Klärwerk in Gaza (1.12.2016)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der palästinensische Minister für Bau und Infrastruktur Mufid Al-Hasayneh bei der Grundsteinlegung für ein Klärwerk in Gaza (1.12.2016)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller und der palästinensische Minister für Bau und Infrastruktur Mufid Al-Hasayneh bei der Grundsteinlegung für ein Klärwerk in Gaza (1.12.2016)

Damit die Wasserressourcen effizienter genutzt und Abwässer schadlos entsorgt werden können, hat Deutschland die Palästinensischen Gebiete über mehr als zwei Jahrzehnte durch Sanierung und Bau von Leitungsnetzen, Wasserreservoirs und Kläranlagen unterstützt. Derzeit werden im Westjordanland noch Altvorhaben fertiggestellt. Neue Vorhaben werden aufgrund des besonders hohen Bedarfs nur im Gazastreifen begonnen.

Beispiel: Zentrale Kläranlage Gaza

Zentrale Kläranlage für Gaza-Stadt

Zentrale Kläranlage für Gaza-Stadt

Zentrale Kläranlage für Gaza-Stadt

Die Lage der Wasserversorgung im Gazastreifen ist besonders dramatisch. Der Grundwasserspeicher wird massiv übernutzt. Dadurch strömt Meerwasser ein und droht, das Grundwasser irreversibel zu schädigen. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit will dazu beitragen, die Wasserversorgung für die Bevölkerung zu sichern.

Das derzeit größte Projekt ist der Bau der zentralen Kläranlage für Gaza-Stadt und ein Einzugsgebiet mit rund einer Million Menschen. Trotz der schwierigen Lage in Gaza sind die im Dezember 2016 begonnenen Bauarbeiten weit fortgeschritten, so dass die Anlage 2020 in Betrieb genommen werden soll. Damit wird ein wesentlicher Beitrag gegen die Verschmutzung des Grundwassers und des Mittelmeers geleistet.

Zudem beteiligt Deutschland sich zusammen mit anderen Gebern an einem Großprojekt zur Meerwasserentsalzung im Gazastreifen.

Beispiel: Kläranlagen Nablus

Das Klärwerk Nablus-West kurz vor der Inbetriebnahme im Juli 2013

Das Klärwerk Nablus-West kurz vor der Inbetriebnahme im Juli 2013

Das Klärwerk Nablus-West kurz vor der Inbetriebnahme im Juli 2013

Die Stadt Nablus bildet das wirtschaftliche Zentrum im Norden des Westjordanlandes. Seit 2005 wurden dort mit deutscher Unterstützung die Leitungsnetze für die Wasserversorgung von rund 200.000 Menschen verbessert. Besonders profitiert haben die Bewohnerinnen und Bewohner der höher gelegenen Stadtteile, die nun wieder regelmäßig Wasser erhalten.

Parallel zur Verbesserung der Wasserversorgung erfolgt der Ausbau des Abwassersystems für rund 250.000 Menschen. Bisher wurden die Abwässer der Stadt gesammelt und unbehandelt in umliegende Wadis (Trockentäler) abgeleitet. Dies führte zur Verschmutzung der Umwelt und der knappen Grundwasserressourcen sowie zu gesundheitlichen Problemen.

Die Kläranlage für den Westteil der Stadt wurde 2013 fertiggestellt. Die geklärten Abwässer aus der Anlage sollen zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen in der Nähe der Anlage genutzt werden. Im Vergleich zur bisherigen Bewässerung allein durch Regen bedeutet eine ganzjährige Bewässerung eine deutliche Steigerung der Erträge. Der Bau der Kläranlage für den östlichen Teil der Stadt wird ebenfalls von Deutschland unterstützt.