Kernthema „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung“ Vom Armutsabbau zur produktiven Wirtschaft
Nepal hat in den letzten 30 Jahren beeindruckende Fortschritte in der Armutsbekämpfung gemacht. Doch dieser Erfolg geschah weitgehend ohne nachhaltige inländische Wirtschaftsentwicklung, Investitionen oder die Schaffung von Arbeitsplätzen. So leben weiterhin etwa 20 Prozent der nepalesischen Bevölkerung unter der nationalen Armutsgrenze. Zwar wächst die nepalesische Wirtschaft beständig, im regionalen Vergleich bleibt sie jedoch schwach und hinter ihrem Potenzial zurück.
Zwischen 1996 und 2023 betrug die reale jährliche Wachstumsrate nur rund 4,2 Prozent – deutlich weniger als bei vielen regionalen Nachbarn. Produktivität, Exporte und industrielle Wertschöpfung stagnieren, was die Entstehung qualitativ hochwertiger Arbeitsplätze hemmt.
Viele junge Menschen suchen deshalb Arbeit im Ausland, was das heimische Wachstum zusätzlich einschränkt. So ist auch ein großer Teil des Einkommens der nepalesischen Bevölkerung von Geldüberweisungen aus dem Ausland abhängig, die rund ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts ausmachen. Diese Zahlungen verringern zwar kurzfristig Armut, tragen aber kaum zu nachhaltiger Wertschöpfung im Land bei und machen die Wirtschaft verwundbar.
Ziele im Sektor
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Nepal setzt darauf, staatliche Strukturen zu stabilisieren und die wirtschaftliche Entwicklung langfristig tragfähig zu gestalten, um mehr und bessere Arbeitsplätze zu schaffen. Ziel ist es, die Energieversorgung zu sichern und die Voraussetzungen für eine inklusive, geschlechtergerechte und klimaresiliente Wirtschaft zu verbessern. Durch den Aufbau von Wissen, zum Beispiel zu landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten, verbesserten Zugang zu Finanzdienstleistungen und die Verbesserung finanzieller und steuerlicher Grundlagen sollen staatliche Institutionen, lokale Verwaltungen und wirtschaftliche Akteure befähigt werden, Entwicklungsprozesse eigenständig zu steuern.
Projektbeispiele
Gemeinsam mit nepalesischen und internationalen Partnern werden die Rahmenbedingungen für eine geschlechtergerechte und klimaresiliente Wirtschaftsentwicklung verbessert. Insbesondere frauengeführte Unternehmen erhalten bessere Entwicklungschancen, Kooperationen mit der Privatwirtschaft werden gestärkt und lokale Verwaltungen befähigt, wirtschaftliche Entwicklung gezielt zu unterstützen.
Über Reformen im Steuersektor wird die demokratische und inklusive Handlungsfähigkeit gestärkt.
- Im ländlichen und semi-urbanen Raum Nepals wird der Zugang zu Finanzierungen für kleine und mittlere Unternehmen verbessert. Banken werden dabei unterstützt, passende Finanzprodukte anzubieten. Dabei wird auf Umwelt- und Sozialverträglichkeit geachtet.
Stand: 09.03.2026