Kernthema „Klima und Energie, Just Transition“ Ungenutzte Energiepotenziale
Nepal verfügt mit seinen hoch aufragenden Bergen und reißenden Flüssen über außergewöhnlich günstige Voraussetzungen für die Nutzung von Wasserkraft. Die größten Flüsse des Landes, darunter Koshi, Gandaki und Karnali, entspringen dem Himalaya und bieten ein sehr großes Wasserkraftpotenzial.
Dank staatlicher und privater Investitionen, insbesondere in die Wasserkraft, ist in den vergangenen Jahren der Ausbau der erneuerbaren Energien stetig vorangeschritten. Infolge von saisonalen Schwankungen, bedingt durch die Regenzeit, bleibt das Land auf Energieimporte angewiesen.
Gleichzeitig leidet die Energieinfrastruktur unter hohen Systemverlusten, veralteter Technik und begrenzten Kapazitäten, um Strom aus abgelegenen Wasserkraftwerken zuverlässig in urbane und industrielle Zentren zu transportieren. Seit März 2024 haben etwa 98 % der nepalesischen Bevölkerung Zugang zu Elektrizität. Jedoch sind die geringe Qualität und Zuverlässigkeit der Stromversorgung weiterhin große Hindernisse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.
Ziel im Sektor
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Nepal trägt dazu bei, die Energieversorgung des Landes zu stabilisieren und zugleich das Klima zu schützen. Durch den Ausbau erneuerbarer Energien, leistungsfähiger Stromnetze und effizienter Energienutzung sollen wirtschaftliche Entwicklung gefördert und Lebensbedingungen verbessert werden – insbesondere in Regionen ohne verlässlichen Zugang zu moderner Energie. Ziel ist es, die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und klimaschädlichen Übergangslösungen wie Dieselgeneratoren zu verringern, Treibhausgasemissionen zu senken und staatliche wie privatwirtschaftliche Strukturen so zu stärken, dass der Übergang zu einer klimafreundlichen und inklusiven Energieversorgung dauerhaft gelingt.
Projektbeispiele
Neue Übertragungsleitungen und Umspannstationen stärken Nepals Stromnetz und ermöglichen eine zuverlässige Einspeisung von Wasserkraftstrom. Gleichzeitig werden ländliche Gemeinden ans Netz angeschlossen und öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Gesundheitsstationen mit Solaranlagen ausgestattet.
Die nepalesische Privatwirtschaft soll dabei unterstützt werden, die Bevölkerung mit Energie aus erneuerbaren Quellen zu versorgen. Dabei schafft das Vorhaben die erforderlichen gesetzlichen, finanziellen und institutionellen Bestimmungen. Außerdem werden Frauen und benachteiligte Gruppen dabei unterstützt, ihre Fertigkeiten zur Teilhabe an energiebezogenen Entscheidungsprozessen auszubauen.
Stärkere Nutzung von Solarenergie soll das Elektrizitätsdefizit verringern und CO2-Emissionen reduzieren. Dazu werden bodenmontierte Solarkraftwerke mit insgesamt rund acht Megawatt errichtet, um die Versorgung mit Solarstrom auszubauen und die nationale Ausbauplanung zu unterstützen.
- Durch die Finanzierung eines Übertragungssystems kann Strom, der im Westen Nepals aus Wasserkraft erzeugt wird, zuverlässig in das nationale Verbundnetz eingespeist werden. Das senkt Übertragungsverluste und reduziert CO2-Emissionen.
Stand: 09.03.2026