Foto von zwei jungen Menschen, die auf einen Bildschirm schauen.

Kernthema „Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung“ Durch berufliche Bildung Jobchancen verbessern

Die Mehrheit der Bevölkerung Mauretaniens ist jung, doch Arbeitslosigkeit und informelle Jobs dominieren. Deutschland unterstützt das Land bei Ausbildung, Innovation und nachhaltiger Wirtschaftsentwicklung, um langfristige Perspektiven zu schaffen.

Mauretanien ist ein junges Land. 61 Prozent der Bevölkerung sind unter 25 Jahre alt. Doch die Perspektiven sind begrenzt. 2022 lag die Jugendarbeitslosenquote bei 21 Prozent, gegenüber 11,5 Prozent in der gesamten Bevölkerung. Wer arbeitet schlägt sich häufig im prekären informellen Sektor durch. Circa 75 Prozent der Erwerbstätigen sind dort beschäftigt.

Besonders alarmierend ist, dass 46 Prozent der Jugendlichen – und sogar 66 Prozent der jungen Frauen – weder einer Arbeit noch einer Ausbildung nachgehen. Ursache dafür sind maßgeblich die schlechten Bildungs- und Ausbildungsvoraussetzungen.

Zugleich erschweren strukturelle Bedingungen wirtschaftliche Perspektiven: Nur 0,4 Prozent der Landesfläche sind für Ackerbau geeignet. Wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen verschärfen Ernährungsunsicherheit und Armut. Mehr als 590.000 Menschen gelten als besonders verwundbar. Während der mageren Jahreszeit („lean season“) 2025 litten rund zwölf Prozent der Bevölkerung an akuter Mangelernährung. Die Wirtschaft ist nur mangelhaft diversifiziert mit sehr großer Abhängigkeit vom Rohstoffabbau mit beschränkten Beschäftigungspotential.

Ziele im Sektor

Deutschland unterstützt Mauretanien dabei, eine nachhaltige Wirtschaftsentwicklung voranzutreiben, Ausbildung und Beschäftigung auszubauen und die Einkommensperspektiven junger Menschen zu verbessern. Dazu gehört die landesweite Stärkung der beruflichen Bildung, die Förderung digitaler Kompetenzen und unternehmerischer Innovation sowie die Beratung im Rohstoff- und Energiesektor, um staatliche Handlungsfähigkeit zu sichern, nachhaltige Investitionen zu ermöglichen und die Grundlagen für erneuerbare Energien und die Produktion von grünem Wasserstoff zu legen.

Projektbeispiele

  • Um Jugendarbeitslosigkeit und Fachkräftemangel zu begegnen, unterstützt Deutschland mit verschiedenen Projekten den Ausbau der beruflichen Bildung in Mauretanien. Ziel ist es, Ausbildungsgänge stärker an den Bedürfnissen des Arbeitsmarkts auszurichten, Berufsschulen auszustatten und Lehrkräfte fortzubilden, um die Beschäftigungschancen junger Menschen nachhaltig zu verbessern.

  • Deutschland unterstützt die Digitalisierung in Mauretanien, um einheitliche und bürgernahe Lösungen zu etablieren. Im Mittelpunkt stehen die Modernisierung staatlicher Dienstleistungen (E-Government), der Ausbau digitaler Kompetenzen in der Wirtschaft (E-Capacities) sowie die Förderung des Austauschs zwischen Staat und Digitalwirtschaft zur Stärkung von Unternehmertum und Innovation (E-Entrepreneurship).

  • Regierungen rohstoffreicher Länder – darunter Mauretanien – erhalten fachliche Unterstützung, die in komplexen Verhandlungsprozessen mit Investoren unterstützen, um staatliche Interessen zu wahren und eine faire und transparente Nutzung natürlicher Ressourcen im Interesse der Bevölkerung sichern.

  • Vor dem Hintergrund der Ambitionen Mauretaniens, ein Zentrum für grünen Wasserstoff zu werden, unterstützt Deutschland den Aufbau institutioneller, rechtlicher und technischer Voraussetzungen für eine soziale und ökologische Wasserstoffwirtschaft. Dazu gehören Fachschulungen, Beratung zu Investitionsbedingungen und die Entwicklung von Umwelt- und Sozialstandards.

Stand: 04.03.2026