Foto von Fischen auf einem Marktstand.

Kernthema „Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen“ Förderung nachhaltiger Fischerei und Biodiversität

Mauretaniens Küstengewässer zählen zu den produktivsten Fischgründen der Welt. Deutschland unterstützt das Land dabei, diese natürlichen Ressourcen zu schützen, nachhaltige Fischerei zu fördern und gleichzeitig Arbeitsplätze, Einkommen und Ernährungssicherheit zu sichern.

Mauretanien verfügt über einen der produktivsten Fischbestände der Welt. Dieses Potenzial beruht auf besonders günstigen hydroklimatischen Bedingungen, insbesondere der dauerhaften Auftriebsströmung vor der Küste. In seinen Gewässern wurden rund 600 Fischarten nachgewiesen, von denen mehr als 200 kommerziell genutzt werden können.

Die Fischerei trägt erheblich zur Wirtschaftsleistung Mauretaniens bei, sichert Einkommen und Arbeitsplätze und deckt wichtige Nahrungs- und Ernährungsbedarfe. Gleichzeitig steht die Regierung vor dem Dilemma, kurzfristige wirtschaftliche Erfolge zu erzielen und die Fischbestände langfristig zu schützen. Viele Bestände sind durch Überfischung und unzureichende Schutzmaßnahmen bedroht, während große Teile der Bevölkerung – insbesondere im ländlichen Raum – von einem stabilen, nachhaltigen Ökosystem abhängig sind.

Mehr als 590.000 Menschen gelten als verwundbar angesichts wiederkehrender Dürre und Überschwemmungen, die Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen beeinträchtigen, so dass der Schutz von Fischressourcen, Ökosystemen und Küstenzonen entscheidend für die nachhaltige Entwicklung des Landes ist.

Ziele im Sektor

Um die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren, unterstützt Deutschland Mauretanien dabei, seine artenreichen Fischgründe nachhaltig zu nutzen und zentrale Schutzgebiete wie den Parc National du Banc d’Arguin und den Parc National du Diawling dauerhaft zu sichern. Im Mittelpunkt steht ein Gleichgewicht zwischen Naturschutz und wirtschaftlicher Entwicklung: Fischbestände sollen erhalten, staatliche Aufsicht gestärkt und zugleich Beschäftigung und Wertschöpfung im Fischereisektor als wichtigem Wirtschaftsbereich gefördert werden.

Projektbeispiele

  • Deutschland unterstützt staatliche Behörden und lokale Akteure in Mauretanien dabei, Laichgebiete zu schützen und nachhaltige Fangmethoden zu fördern.

  • Deutschland finanziert Maßnahmen zum nachhaltigen Management von Küsten- und Meeresschutzgebieten zum Erhalt der Biodiversität und insbesondere der wirtschaftlich bedeutenden Ressource Fisch.

  • Deutschland unterstützt die Fischereiüberwachungsbehörde durch Ergänzung und Optimierung ihrer technischen Ausstattung und Trainingsmaßnahmen, um Fanggebiete küstennah und auf hoher See effizient überwachen zu können. So stattet das BMZ die Küstenwache beispielsweise mit einem hochseetauglichen Überwachungsboot aus und bildet das Personal gezielt fort.

  • Durch den Ausbau von Infrastruktur und Hygienestandards wird der Kleinfischereihafen Nouadhibou funktionsfähiger und sicherer für Fischer und Händler. Verluste sollen sinken und Vermarktungsmöglichkeiten steigen.

  • Mauretanische Unternehmen werden dabei unterstützt, Fisch stärker für den menschlichen Verzehr zu verarbeiten statt für Fischmehl und -öl. Das schafft Arbeitsplätze und verbessert die Ernährungssituation im Land.

  • Im Kleinfischereihafen wird ein Abfallmanagementkonzept erprobt, um den Eintrag von Müll ins Meer zu reduzieren.

Stand: 04.03.2026