Tabakanbau in Malawi

Wirtschaftliche Situation Große Abhängigkeit von Wetter und Weltmarkt

Malawi ist ein Agrarland. Formell hat die Landwirtschaft zwar nur einen Anteil von etwa 25 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Da die meisten Kleinbauern aber nur zur Eigenversorgung produzieren, dürfte die tatsächliche Wirtschaftsleistung im Bereich der Landwirtschaft deutlich höher liegen.

Die meisten Devisen erwirtschaftet das Land durch den Export von Tabak und – in geringerem Umfang – auch von Tee, Kaffee, Zucker, Baumwolle und Sojabohnen.

Die große Abhängigkeit von wenigen, meist unverarbeiteten Exportprodukten macht die Wirtschaft anfällig für äußere Einflüsse wie Dürreperioden, Pflanzenschädlinge oder Preisschwankungen auf dem Weltmarkt. Hinzu kommt, dass Malawi keinen Zugang zum Meer hat und für den Außenhandel auf Transitwege durch die Nachbarländer angewiesen ist.

Gehemmt wird die wirtschaftliche Entwicklung außerdem durch die schlechte Energieversorgung. Nur etwas mehr als zehn Prozent der Bevölkerung haben Zugang zu Strom.

Die schwache Infrastruktur behindert vor allem die Entstehung kleiner und mittlerer Produktionsbetriebe.

In den vergangenen fünf Jahren wies die malawische Wirtschaft Wachstumsraten zwischen 2,5 und 5,7 Prozent auf. Für 2019 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) mit einer Steigerung der Wirtschaftsleistung um 4,5 Prozent, in den Folgejahren mit Werten über fünf Prozent.

Eine Frau in Malawi montiert eine kleine Solaranlage auf das Dach ihres Hauses.

Eine Frau in Malawi montiert eine kleine Solaranlage auf das Dach ihres Hauses.

Eine Frau in Malawi montiert eine kleine Solaranlage auf das Dach ihres Hauses.

Entwicklungspotenziale

In der Landwirtschaft, im Tourismus und im Bergbau liegen Chancen für eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Um ihre Potenziale auszuschöpfen, müsste die Landwirtschaft modernisiert und auf weitere Produkte ausgeweitet werden. Politische Stabilität und ein verbesserter Schutz der natürlichen Ressourcen sind Voraussetzung dafür, dass mehr Touristen ins Land kommen. Malawi ist landschaftlich vielfältig und verfügt über eine Reihe von Schutzgebieten. Ihr Tierbestand konnte in den vergangenen Jahren deutlich erhöht werden.

Auch der Bergbau könnte in Zukunft zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen: Malawi verfügt zum einen über Uranvorkommen, deren Abbau sich jedoch aktuell wegen schlechter Weltmarktpreise nicht lohnt. Zum anderen hat das Land Vorkommen von Seltenen Erden und verfügt auch über förderbare Öl- und Gasvorräte.